Bürgermeisterwahl Neckargemünd 2024 – Kandidaten stellen sich vor

Fünf Kandidaten auf Wahlkampf-Tour in Dilsberg

Am 12. Mai wird ein Bürgermeister gewählt. Damit sich die Bürgerinnen und Bürger ein Bild der fünf Kandidaten machen können, stellen sich die Bewerber der Öffentlichkeit vor.

In Waldhilsbach begann die Veranstaltungsreihe am 22. April. Es folgte die Kernstadt Neckargemünd am 23. April und am 25. April Dilsberg. In einer dritten Runde waren die Bürgermeisterkandidaten in die Graf-von-Lauffen-Halle gekommen. In der voll bestuhlten Halle waren nicht alle Stühle besetzt, obwohl auch einige Neckargemünder und Mückenlocher Bürgerinnen und Bürger gekommen waren. Manche waren da, um ihren Kandidaten der Wahl auch mit gezielten Fragen zu unterstützen.

Hier der Live-Block der RNZ

Hermino Katzenstein (Grüne)

Nachhaltigkeit und Investitionen mit Weitblick: Der Stadtrat und Landtagsabgeordnete sieht bei der Stadt aktuell Schwächen in Umsetzung und Strategie. Er betont drei Blöcke: 1. Miteinander arbeiten: Verwaltung als Dienstleister mit Ratsinfo-System ausstatten, touristisches Potenzial ausbauen, mehr Grün, Brücke über die Elsenz. 2. Miteinander reden. KiTa-Gebühren nach Einkommen staffeln, Jugend und Senioren als Beiräte beteiligen, Familienzentrum schaffen. 3. Miteinander leben: Martin-Luther-Haus nutzen, Konzepte für Sanierungen von Straßen, Klimaneutralität bis 2040 erreichen.

Jan Peter Seidel (parteilos)

Mit Kompetenz und klarem Kurs: Der Jurist zog Anfang 2024 von Heidelberg nach Neckargemünd. Seit 2019 leitet er Bauamt. Er plädiert für eine tragbare Lösung für die Rainbach, den Neubau der Grundschule Dilsberg-Mückenloch und eines Kindergartens in Neckargemünd. Bedauerlich findet er den Verlust des Dilsberger Minispielfelds. Für das Feuerwehrhaus sieht er auf der Tuchbleiche gute Möglichkeiten. Neckargemünd soll eine Stadt für alle Altersgruppen sein. Er möchte Vereine und örtliche Betriebe unterstützen und für die Bürgerinnen und Bürger ein offenes Ohr haben.

Frank Volk (Freie Wähler)

Amtsinhaber mit Erfahrung und voller Kraft für die Heimatstadt: Glasfaserausbau beginnt, die Digitalisierung der Verwaltung ist ein Muss. Räume schaffen für alle Altersgruppen, z. B. Martin-Luther-Haus, E-Werk, „Freiräume“. Volk setzt sich für sozialen Wohnungsbau ein. Dilsberg sieht er als attraktiven Ort für Touristen an, dass soll gefördert werden. Bürgernähe und eine lebenswertes Neckargemünd sind ihm wichtig. Er zeigt die Erfolge seiner Amtszeit auf, den Erhalt der Jugendherberge beispielweise, das eingerichtete Jugendforum. Auch er möchte sich für den Neubau einer Grundschule einsetzen und Neckargemünd weiterhin als Bildungsstadt erhalten.

Peter Schnurr (parteilos)

Verändern auch ohne spezielles Wahlprogramm: Um etwas zu ändern, muss man sich engagieren, betont der Techniker, der im Familienbetrieb arbeitet. Bürger sollen sich mehr einbringen können. Seine Hauptthemen sind der Hochwasserschutz und die Energie. Hierfür müsste die Altstadtsatzung überarbeitet werden, so dass auch Photovoltaik verwenden werden kann. Auch Wasserkraft bietet sich an. Für das Feuerwehrhaus in Dilsberg sieht er ebenfalls Handlungsbedarf. Neckargemünd soll attraktiver werden.

Daniel Küppers (parteilos)

Will den Menschen zuhören und jede Ausgabe prüfen: Denn der Betriebsrat glaubt, dass sich Einsparen lässt. Ihm liegen transparente Prozesse am Herzen, nicht-öffentliche Beratungen zu wichtigen Projekten soll es mit ihm nicht geben. Er will Transparenz in den Prozessen. Weitere Schwerpunkte sieht er in der Energiewende, einem Kunstrasenplatz, der Digitalisierung in Schulen und Kindergärten und dem Festzelt auf dem Bohrer-Markt.

Der Vorsitzende des Wahlausschusses und erster Bürgermeisterstellvertreter Jürgen Rehberger begrüßte alle Anwesenden und rief sie auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Ortsvorsteher Erles verband mit seinem Grußwort die Aufforderung, bei der anschließenden Kandidatenbefragung sachlich und fair zu bleiben.

Dann übernahm der Moderator des Abends, Dr. Hanns-Uwe Richter die Regie. Als „Spielregeln“ stellte er vor: Alle Kandidaten haben – ohne dass die Mitkonkurrenten dabei sind – 10 Minuten Zeit, sich vorzustellen. Die Reihenfolge richtete sich nach der Wahlliste. Ton- und Bildaufnahmen waren nicht gestattet.

Die fünf Kandidaten Hermann Katzenstein, Jan-Peter-Seidel, Frank Volk, Peter Schnurr und Daniel Küppers stellten sich zunächst persönlich vor. Dann bezogen sie jeweils Stellung zu den wichtigsten Themen der Stadt.

Im Anschluss an diese Vorstellungsrunde konnten dann Fragen an die Kandidaten gestellt werden. Dabei stellte sich heraus, dass diese in vielen Punkten sich nur in Nuancen in den jeweiligen Positionen unterschieden. Bei den Dilsberg betreffenden Themen waren die Unterschiede am deutlichsten bei der Frage des Feuerwehrhauses und dem Umgang mit dem Minispielfeld:

Katzenstein und Seidel wollen ein Feuerwehrhaus auf der Tuchbleiche. Volk sieht das Feuerwehrhaus auf dem geplanten Platz am Alten Hofweg. Die beiden anderen Kandidaten hatten dazu keine dezidierte Meinung.

Beim Minispielfeld bezog sich Volk auf die Tatsache, dass für dieses keine korrekte Baugenehmigung vorlag, sodass das Landratsamt nicht anders konnte, als den Abbau des Spielfeldes anzuordnen.

Die anderen Kandidaten wollten entweder nachträglich die baurechtliche Grundlage ändern lassen oder wenigstens einen anderen Platz in Neckargemünd für dieses Spielfeld in Dilsberg gesucht haben.

Zum Baugesuch in Rainbach und der Frage nach dem weiteren Vorgehen waren sich die Kontrahenten weitgehend einig: Man sollte das Gespräch mit dem Bauherren suchen und einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan erstellen. Alle wollten das Stück des Weges am Neckar, der dem Investor gehört, in städtischen Besitz überführt sehen.

Die Kandidaten gingen im Großen und Ganzen vorsichtig miteinander um. Nur an einer Stelle gab es eine deutliche Spitze: In Sachen Rainbach stellte Seidel fest, dass die Frage ruhe, weil der Investor auf einen neuen Bürgermeister warte. Dem widersprach Volk, indem er mitteilte, dass er mit dem Investor bereits ein Gespräch vereinbart habe.

zum ausführlichen Bericht

B. Sandra Rupp

T. Walter Berroth/mbue


Letzte Möglichkeit, die Kandidaten live zu erleben, ist am 29. April in Mückenloch.


Kandidatenvorstellung in Waldhilsbach
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