Kleidersäcke und Kürbissuppe: Bethelsammlung lockte viele Besucher

Förderverein der evangelischen Kirche organisierte Annahme an der Grundschule Dilsberg-Mückenloch

Kleidersäcke im Anhänger, Kürbissuppe auf dem Tisch und immer neue Gäste im Foyer: Die Bethelsammlung an der Grundschule Dilsberg-Mückenloch entwickelte sich am Samstag zu einem unerwartet lebhaften Treffpunkt. Zwischen 11 und 17 Uhr brachten zahlreiche Menschen gebrauchte Kleidung und Schuhe vorbei. Viele blieben anschließend noch auf einen Teller Kürbissuppe, ein Stück Zwiebelkuchen oder ein Glas neuen Wein.

„Ich komm mir vor wie in einer Wirtschaft“, scherzte Karin Ullrich-Brox, Vorsitzende des Fördervereins der evangelischen Kirche, angesichts des regen Betriebs. Den Zwiebelkuchen, zwei Blechkuchen und Kürbissuppe vorbereitet. Zunächst hatten sie und die Helfer drei Tische aufgestellt. Doch der Andrang übertraf ihre Erwartungen. Kurzerhand mussten weitere Tische her, damit alle Gäste Platz fanden. Die Besucher kamen schubweise, gaben ihre Kleidersäcke ab und blieben zum Teil noch eine Weile sitzen.

2020 Ev. Gemeindehaus – Coronazeit
2020 Ev. Gemeindehaus Garage

Dass die Sammlung in diesem Jahr überhaupt stattfinden konnte, war lange ungewiss. In früheren Jahren diente das evangelische Gemeindehaus mit seiner Garage als Annahmestelle. Durch dessen Verkauf musste der Förderverein eine neue Lösung finden. Im vergangenen Jahr fiel die Sammlung kurzfristig aus, weil die Kleiderkammern bereits gut gefüllt waren und Bethel absagte.

Zu Beginn dieses Jahres fragte der Förderverein deshalb erneut nach, ob Bethel wieder Kleidung aus Dilsberg abholen könne. Eine Zusage ließ zunächst auf sich warten. Erst gegen Ende des Sommers erkundigte sich Ernst Merdes erneut. Diesmal kam die Zusage: Die Stiftung würde Dilsberg wieder anfahren und die Kleidersäcke Anfang November abholen.

Merdes nahm auf dem Parkplatz der Grundschule die Säcke entgegen und lud sie in bereitgestellte Anhänger. Zwei Anhänger waren bald voll, sodass ein dritter organisiert werden musste. Bis zur Abholung dienen die Anhänger als Zwischenlager. Sie wurden privat beziehungsweise vom Turnerbund zur Verfügung gestellt.

Wie wichtig der Termin für manche Familien ist, zeigte sich ebenfalls: Eine Dilsbergerin hatte in der Zeitung von der Bethelsammlung gelesen und ihre Kinder dazu animiert, die Kleiderschränke auszumisten. Das Ergebnis waren drei große, gefüllte Säcke.

Die gute Resonanz könnte dem Ausweichkonzept eine Zukunft bescheren. Vielleicht wird aus der diesjährigen Sammlung an der Grundschule ein fester Termin im Dilsberger Veranstaltungskalender. Der Förderverein dürfte sich jedenfalls über beides freuen: die vielen abgegebenen Kleidersäcke und die Begegnungen, die sich daraus ergaben.

T+B: mbue