Jugendfeuerwehr erlebte den Alltag einer Berufsfeuerwehr

Feldbetten wurden aufgebaut, Schlafsäcke ausgerollt und die Ausrüstung ein letztes Mal überprüft. In der Tuchbleichenhalle in Dilsberg richteten sich 18 Jugendliche der Jugendfeuerwehr am Freitagabend für die kommenden 24 Stunden ein.

In einer Ecke entstand eine kleine Einsatzzentrale, die während des Berufsfeuerwehrtags als Leitstelle diente. Noch war es ruhig. Doch allen war klar: Der erste Alarm konnte jederzeit kommen. Bevor es losging, stellte sich die Nachwuchsfeuerwehr in voller Montur – mit orangen Helmen, Jacken und Stiefeln – vor die drei Einsatzfahrzeuge zum Gruppenfoto auf.

Beim sogenannten Berufsfeuerwehrtag schlüpften die Jugendlichen in die Rolle einer Berufsfeuerwehr und erlebten deren Alltag möglichst realitätsnah. Nach einem festen Dienstplan wechselten sich gemeinsame Mahlzeiten, Fahrzeugkunde, Dienstsport mit Indiaca und Fußball, Spiele sowie die Pflege der Fahrzeuge und Ausrüstung ab. Immer wieder wurde dieser Ablauf durch unangekündigte Übungseinsätze unterbrochen.

Vor dem ersten Alarm war den Jugendlichen die Vorfreude deutlich anzumerken. In drei Gruppen eingeteilt, rückten sie jeweils gemeinsam mit ihren Betreuern aus. Noch einmal kontrollierten sie Helme und Handschuhe, richteten ihre Ausrüstung und stellten letzte Fragen. Jeder trug einen Funkmeldeempfänger, über den die Alarmierungen erfolgten. Sobald der Ruf ertönte, ließen sie alles stehen und liegen und fuhren innerhalb weniger Augenblicke zum Einsatzort. Die Szenarien reichten von brennenden Mülleimern an verschiedenen Stellen in Dilsberg…

über eine bewusstlose Person auf dem Burgruinenturm.

Welche Einsätze sie erwarteten, wussten die Jugendlichen nicht. Das Programm, dass die Einsatzleiter vorbereitet hatten, bot Abwechslung und spiegelte typische Einsätze der Feuerwehr wider: kleine und große Brände, technische Hilfe und Fehlalarme.

Hier geriet eine Gartenhütte in Brand und musste gelöscht werden.

Zwischen blieb Zeit, Fahrzeuge zu reinigen, aufzuräumen oder gemeinsam zu essen – ganz wie bei einer echten Berufsfeuerwehr.

Ein Alarm am späten Abend führte zu schwelendem Unrat in einer Feuertonne, am nächsten Morgen ging es weiter…

ein umgestürzter Baum musste beseitigt werden.

Später kam ein Notruf, weil eine Person bei einem Betriebsunfall eingeklemmt wurde, sie musste befreit werden.

Am Neckarsteig war ein Radfahrer gestützt, auch hier half die Feuerwehrjugend.

Zum Abschluss wartete auf die Jugendlichen noch einmal eine anspruchsvolle Übung:

Ein Feuer war in der ehemaligen Dilsberger Ortsverwaltung ausgebrochen, mehrere Personen galten als vermisst. Nach wenigen Sekunden waren Schläuche ausgerollt und die ersten Trupps im Gebäude.

Vier Personen konnten gerettet werden, zwei davon transportierten die Nachwuchsfeuerwehrkräfte auf Liegen heraus.

Parallel löschten sie die Flammen und sicherten einen Kanister mit zunächst unbekanntem Inhalt. Die Jugendlichen arbeiteten ruhig und abgestimmt zusammen. Vorbeikommende Touristen und Anwohner schauten zu, wie die Mannschaft den Einsatz souverän bewältigte.

Erik Jakob, Harald Theocharidis, Lisa Jakob

Organisiert wurde der Berufsfeuerwehrtag von der Jugendfeuerwehr Dilsberg. Die Idee dazu hatten Jugendleiterin Lisa Jakob und ihr Stellvertreter Erik Jakob. Insgesamt acht aktive Feuerwehrangehörige unterstützten den Tag. Sieben von ihnen blieben zugleich einsatzbereit für mögliche Realeinsätze der Freiwilligen Feuerwehr, die glücklicherweise ausblieben. Auch die Bevölkerung war über den Übungstag informiert.

Mit dem gemeinsamen Grillen an der Tuchbleichenhalle endete der 24-Stunden-Dienst. Hinter den Jugendlichen lagen zahlreiche Einsätze, gemeinsame Mahlzeiten, Fahrzeugpflege und viele Stunden Teamarbeit. Sie hatten erlebt, wie abwechslungsreich, fordernd und kameradschaftlich der Alltag einer Berufsfeuerwehr sein kann.

T. mbue

B. mbue & Jugendfeuerwehr Dilsberg