Bericht von der Sitzung des Ortschaftsrates Dilsberg am 13.April 2026
Im Zentrum der April-Sitzung des Ortschaftsrates stand der Beschluss des Ortschaftsrates, die Möglichkeiten, die der sog. Bau-Turbo der Bundesregierung bietet, auch für Dilsberg zu nutzen.
Mit dem Begriff Bau-Turbo ist die Einführung des § 246e des Bundes-Baugesetzes gemeint. Danach kann – befristet bis Ende 2030 – für die Schaffung zusätzlichen Wohnraumes von einigen bestehenden Bauvorschriften abgewichen werden.
Zu den möglichen Abweichungen gehören:
- Bebauung von Flächen, die bis zu 100 Meter über die vorhandene Baugrenze hinausgehen
- Aufstockung vorhandener Gebäude
- Bauen in der zweiten Reihe
- Umwidmung von Gewerberäumen in Wohnräume
- Wohnbebauung in der Nähe von Gewerbegebieten
- Überschreiten der im Bebauungsplan festgelegten Grundflächenzahl
Diese Ausnahmeregelungen können nur genehmigt werden, wenn dadurch Umwelt- oder Nachbarschaftsbelange nicht betroffen sind.
Um diese Möglichkeiten wahrnehmen zu können, bedarf es entsprechender Beschlüsse der kommunalen Gremien (Gemeinderat und Ortschaftsrat). Dazu gehören die Deklaration von Gebieten, für die der Bau-Turbo gelten soll, als sog. Quartiersflächen, und die konkrete Benennung der zu genehmigenden Maßnahmen.
Der Ortschaftsrat schlug vor, aus der Dilsberger Gemarkung – außer der auszunehmenden Feste – ein Quartier zu bilden, in dem die o.g. Abweichungen ermöglicht werden sollen.
Außerdem stimmte er einstimmig dem Vorschlag zu, die Möglichkeiten, die der sog. Bau-Turbo bietet, auch für Dilsberg zu nutzen.
Als der Ortsvorsteher die möglichen Flächen vorstellte, in denen die Ausnahmeregelungen zur zusätzlichen Bebauung angewandt werden könnten, trat allerdings deutliche Ernüchterung ein: Die bisherigen Baugrenzen stoßen in den meisten Fällen an Landschaftsschutzgebiete, in die nicht eingegriffen werden kann.
Folgende zusätzliche Maßnahmen sollen in Angriff genommen werden:
- Erstellung einer sog. Abrundungssatzung für den Dilsbergerhof
- Erstellung einer Sanierungssatzung für die Feste Dilsberg
- Überprüfung der Möglichkeit zur Schaffung weitere Sanierungsbiete – z.B. Neuhofer Straße, Dilsbergerhof, ehemaliges Neubaugebiet.
In einem weiteren Tagesordnungspunkt beschäftigte sich der Ortschaftsrat damit, welche Dilsberger Objekte im Rahmen der im September stattfindenden Freiwilligentage der Metropolregion in Angriff genommen werden sollen. In diesen Tagen sind alle Organisationen aber auch Privatpersonen aufgerufen, in ihrer Gemeinde der Allgemeinheit dienende Objekte zu sanieren oder neu zu gestalten.
Folgende Maßnahmen wurden vorgeschlagen:
- Umgestaltung des städtischen Grundstücks Ecke Postweg/Bannholzweg
- Abschleifen und Neuanstrich des Holzfachwerks an der öffentlichen Toilettenanlage in der Feste
- Erneuerung des Holzzaunes an der Treppe vom Blumenstrich zur Neuhoferstraße
Unter „Mittelungen und Anfragen“ gab Ortsvorsteher Erles noch bekannt:
- Die Firma Picnic bietet an, den Bewohner/innen Dilsbergs Lebensmittel zu einem vom Besteller benannten Zeitpunkt anzuliefern. Ab einem Bestellwert von 45 Euro ist die Anlieferung kostenfrei. Die Preise für die Lebensmittel sollen denen der gängigen Supermärkte entsprechen.
- Im Rahmen einer sog. Leerstandsinitiative sammelt die Stadtverwaltung Informationen über nicht genutzte Wohn- und Geschäftsräume. Die Bürger/innen werden gebeten unter https://leerstand-neckargemuend.de/leerstandserfassung-2 entsprechende Meldungen zu machen.
- Ideen zum Klimaschutz in der Stadt und den Ortseilen können Interessierte unter www.jetzt-mitmachen.de/klima-neckargemuend einbringen.
- Der Glasfaserausbau in der Feste wird in diesen Tagen beginnen.
- Vodafon ist seit kurzem auf den Dilsberger Funkmast aufgeschaltet. Dadurch ist nun eine zuverlässige 4G-Versorgung im gesamten Abdeckungsbereich gewährleistet. Eine Erweiterung auf die 5G-Netztechnik ist vorbereitet.
Dilsbergerhof, 14. April 2026 gez: Walter Berroth




