Berggottesdienst am Pfingstmontag im Schlossgarten

Der Pfingstmontag zeigte sich von seiner schönsten Seite: Vogelgezwitscher und Sonnenschein begleiteten den Berggottesdienst im Dilsberger Schlossgarten. Im angenehmen Schatten der Bäume hatten die Besucher auf Bänken auf der Wiese Platz genommen.

Die Musiker der Trachtenkapelle Dilsberg unter Leitung von Walter Nußko eröffneten den Gottesdienst mit einer sanft wogenden Melodie. Seit vielen Jahren begleiten die Musiker diesen besonderen Gottesdienst.

Prädikant Markus Wäsch gestaltete den Gottesdienst und stellte den „Geburtstag der Kirche“ in den Mittelpunkt. „Die wenigsten wissen, warum wir Pfingsten feiern“, sagte er. Das Wort „Pfingsten“ geht auf das griechische „pentēkostē“ zurück und bezeichnet den fünfzigsten Tag nach Ostern. Es erinnert an die Sendung des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu.

In der Lesung verdeutlichte Annegret Boehner, sie war viele Jahre Kirchenälteste und zählt weiter zum erweiterten Gemeindeteam, das Pfingstwunder aus der Apostelgeschichte: Gott gießt seinen Geist über die Jünger aus. Sie werden ermutigt und befähigt, die Botschaft Jesu weiterzutragen. Plötzlich können sie sich in verschiedenen Sprachen verständigen und so die Botschaft Jesu in die Welt tragen: die Geburtsstunde der Kirche. Aus einer kleinen Gemeinschaft entsteht eine große Gemeinde.

Zu Beginn seiner Predigt fragte Wäsch: „Was für ein Geburtstagstyp sind Sie?“. Er selbst feiere seinen Geburtstag nicht so gerne, er stehe ungern so sehr im Mittelpunkt. Geburtstagsglückwünsche aber überbringt er immer gerne. So auch an die Kirche: mehr Menschen, die den Gottesdienst besuchen und dort einen Ort finden, an dem sie singen, zur Ruhe kommen und Besinnung finden. Er wünschte sich Mitglieder, die überzeugt sind, in der Kirche Heimat finden und sich fragen, was Kirche bedeutet.

Die Kirche solle nicht nachlassen, sondern präsent bleiben – als Ort des Trostes und der Antworten auf die großen Fragen nach Sinn und Leben nach dem Tod. Zugleich, so Wäsch, dürfe sich die Kirche nicht scheuen, ihre Stimme zu erheben und sich einzumischen, wenn es nötig sei. Vertrauen auf Gott, Offenheit für seinen Geist und die Bereitschaft, ihn wirken zu lassen, seien zentrale Pfingstbotschaften.

Mit den Liedern „Ich singe dir mit Herz und Mund“, „Geh aus, mein Herz“, sowie einem von Pfarrerin i.R. Michaela Deichl zur Melodie von „Eventide“ gedichteten Text feierte die Gemeinde Pfingsten. „Möge die Straße uns zusammenführen“ begleitete die Menschen musikalisch in den Segen.

Nach dem Segen stimmte die Trachtenkapelle mit „He’s Got the Whole World“ auf den Nachmittag ein und lud zum Mitklatschen ein, bevor es weiter zum Kirchencafé an der Evangelischen Kirche ging.

T. mbue
B. BZ