
Am Donnerstag, den 09.07.2026 erlebte die Burg Dilsberg ein besonderes Platzkonzert: Aus Anlass des Besuchs ihrer schwedischen Freunde von der Musikgruppe „Wetterblecket“ aus Motala hatte der Musikverein Dilsberg zu einem gemeinsamen Auftritt eingeladen.


Cleas Tilly eröffneten das Konzert und entführten die Zuhörer mit der Musik nach Schweden, ehe der Musikverein Dilsberg mit vertrauten heimischen Klängen übernahm.


Der Name „Wetterblecket“ hat einen schönen Bezug zur Heimat der Musiker: „Blecket“ bedeutet im schwedischen Blechblasinstrument, während „Wetter“ die alte Bezeichnung für den Vättern ist, den großen See bei Motala, an dem die Band beheimatet ist.


Die Verbindung zwischen Cleas Tilly und dem Musikverein Dilsberg reicht bis ins Jahr 2002 zurück. Damals war Tilly, Dirigent und Musiklehrer, im Rahmen eines Stipendiums der Kulturstiftung zu Gast im Dilsberger Kommandantenhaus.


Aus der musikalischen Begegnung entwickelte sich eine langjährige Freundschaft, die bis heute in gegenseitigen Besuchen lebendig gehalten wird.


Mit dabei waren diesmal: Christer Grahn (Schlagzeug), Michael Roos (Tenorbasun), Sture Egberth (Tenorhorn), Joachim Åström (Tuba), Svante Stenson (Althorn), Håkan Jonsson (B-Kornett) und Claes Tilly (Ess-Kornett).


Die Instrumentierung der Gruppe ist dabei kein Zufall, sondern spiegelt eine alte schwedische Tradition wider. Zwischen etwa 1870 und 1930 war in Schweden die sogenannte Mässingssextett – ein reines Blechbläsersextett – die typische Besetzung kleiner Blaskapellen. Klassischerweise bestand ein solches Ensemble aus Ess-Kornett, Althorn, zwei Tenorhörnern sowie Bass- bzw. Ventilposaune und Tuba.


Besonders das Ess-Kornett gilt als typisch schwedisches Instrument, während es in Deutschland und Österreich kaum verbreitet war, übernahm es in Schweden die führende Melodiestimme. Genau diese Tradition lebt bis heute in Ensembles wie „Wetterblecket“ fort, deren Besetzung noch immer eng an das historische Vorbild angelehnt ist.


Das Konzert auf der Burg war ein weiterer schöner Beleg für die lebendige deutsch-schwedische Freundschaft, die seit über 20 Jahren zwischen Dilsberg und Motala besteht.


Im Anschluss an die schwedischen Klänge präsentierte die Trachtenkapelle Dilsberg ebenfalls eine Auswahl aus ihrem abwechslungsreichen Repertoire.


Dirigent Walter Nußko erinnerte an erste Begegnung mit Cleas Tilly im Verein: An einem Montag kam er mit den Worten „Can I play with you?“ zur Probe. Von diesem Tag an war er bei nahezu jeder Probe und vielen Auftritten dabei – häufig auch als Solist.


Den Auftakt machte, wie könnte es anders sein, die Polka „Ein Denkmal für die Blasmusik“. Anschließend folgte das Stück „Unsere Reise“ von den Fäaschtbänklern.


Es folgten mehrere bekannte Solostücke, die das Publikum begeisterten.


Danach erklang ein ruhiges Stück mit einem gefühlvollen Flügelhorn-Solo von Andreas Link. Auf den Gesangsbeitrag von Anna Briesnitz musste aus krankheitsbedingter Stimme leider verzichtet werden. Diese Nachricht wurde von den Zuschauern mit einem bedauernden „Oh, schade!“ aufgenommen.


Der 1. Vorsitzende Reinhard Greulich bedankte sich abschließend für das zahlreiche Erscheinen der Zuhörer sowie bei den „Wetterblecket“ für das gelungene schwedische Konzert.
Text: Tina Maurer
Bilder: BZ