Shakespeares Hamlet trifft auf Theater im Theater: Die Burgbühne Dilsberg startete die Proben für das Sommerstück 2026 mit der ersten Leseprobe. Regisseur Stefan Falk-Jordan verbindet den Klassiker mit einer Rahmenhandlung über die Entstehung eines Theaterstücks.


Probenstimmung herrscht in den Räumen der Burgbühne in Lobbach. Markus Winter, Vorstand der Burgbühne, zeigte sich erleichtert: Endlich geht es los. Gemeinsam soll das Sommerstück auf die Bühne kommen. Doch auch hinter den Kulissen braucht es Unterstützung – die Mithilfeliste muss gefüllt werden.


Über 40 Darsteller nahmen an der ersten Leseprobe teil, darunter einige neue Gesichter. Anna David-Ettalabi unterstützt als Assistentin Regisseur Falk-Jordan, der in Dilsberg sein Debüt gibt. „Ich bin restlos begeistert“, sagte der Karlsruher Theaterpädagoge mit Blick auf die Schauspieler. In „Hamlet – ein Klassiker steht auf der Probe“ kombiniert er Szenen aus dem Original mit einer Rahmenhandlung, die den Entstehungsprozess eines Theaterstücks zeigt. Theater im Theater also.


„Da kommt eine Mauer hin“, erklärte Falk-Jordan und skizzierte seine Bühnenideen. Für die Darsteller bleibt es vorerst Theorie – ab März wird auf der Bühne geprobt. Dort soll das Bühnenbild mit den Szenen wachsen.


Mit dem Skript in der Hand begannen die Schauspieler, ihre Texte zu lesen und sich in ihre Rollen einzufühlen: eine ehrgeizige Ortsvorsteherin, eine genervte Regisseurin und ihr Assistent, die das Stück auf die Bühne bringen wollen.


Hinter den Kulissen (im Stück) herrscht noch Chaos: Technik, Maske, Licht und Kostüme sind unorganisiert. Stoffe fehlen, die Pyrotechnik funktioniert – aber nicht wie geplant. Parallel üben die Hamlet-Darsteller auf der improvisierten Bühne ihre Texte.


Zunächst müssen sie klären, wer welche Rolle übernimmt. Missverständnisse sorgen für Verwirrung, bevor die richtige Ophelia mit Laertes ihren Text durchgehen kann.


Über 60 Sprechrollen enthält das Stück. Falk-Jordan notierte Ideen und Versprecher: „Das bauen wir ein! “, rief er begeistert.


Mit Hamlet bringt die Burgbühne einen Shakespeare-Klassiker auf die Freilichtbühne, ergänzt durch eine turbulente Rahmenhandlung. Viel Text, viele Akteure und reichlich Trubel prägen das Stück.


Auf der imaginären Bühne kommen auch die Akteure hinter den Kulissen zu Wort: Sie suchen Requisiten, klären Bestellungen und parodieren die Hamlet-Darsteller.


Für Simon Emmerich, der Hamlet spielt, bedeutet das viel Arbeit. Neben dem umfangreichen Text muss er die altertümliche Sprache meistern. „Ich freue mich auf die Herausforderung“, sagte er.


Der Probenraum bot Platz für Bewegung – ein bewährter Trick, um sich Texte einzuprägen, wie Falk-Jordan erklärte.


Die kommenden Wochen stehen im Zeichen von Kampftrainings mit Film- und Fernsehchoreograf Thomas Ziesch sowie intensiven Proben. Für Falk-Jordan, der aus Karlsruhe anreist, sind die Wochenenden Hauptprobenzeit.


Nach knapp drei Stunden war das Textbuch durchgearbeitet. Der Regisseur zeigte sich zufrieden mit dem ersten Treffen. Schauspieler konnten Rückmeldungen und Anregungen einbringen.


Worum geht es in Hamlet?
Prinz Hamlet trauert um seinen Vater, den verstorbenen König von Dänemark. Kaum ist dieser tot, heiratet seine Mutter Gertrud erneut – ausgerechnet Hamlets Onkel Claudius, der nun König ist. Hamlet ist verwirrt, verletzt und voller Zweifel. Eines Nachts erscheint ihm der Geist seines Vaters. Er behauptet, Claudius habe ihn ermordet, und fordert Hamlet auf, die Wahrheit zu enthüllen und Rache zu nehmen. Hamlet glaubt dem Geist, zögert jedoch. Statt sofort zu handeln, zweifelt er, beobachtet und prüft.
Um Klarheit zu gewinnen, stellt Hamlet sich wahnsinnig und inszeniert ein Theaterstück, das den Mord an seinem Vater nachstellt. Claudius’ Reaktion bestätigt Hamlets Verdacht: Der König ist schuldig. Doch Hamlets Zögern bleibt nicht ohne Folgen. Misstrauen, Intrigen und Gewalt breiten sich aus. Auch Ophelia, die Hamlet liebt, gerät zwischen die Fronten. Ihr Vater Polonius, ein Vertrauter des Königs, überwacht sie streng und mischt sich ein. Ophelias Bruder Laertes warnt sie vor Hamlet und verlässt den Hof. Als Polonius stirbt – versehentlich von Hamlet getötet, der ihn für den König hält – verliert Ophelia den Halt und zerbricht an der Situation.
Laertes kehrt zurück, voller Wut und Rachedurst. Anders als Hamlet handelt er sofort, um den Tod seines Vaters zu rächen. Claudius nutzt Laertes’ Zorn für seine eigenen Pläne und treibt die Ereignisse voran. Am Ende führt die Spirale aus Schuld, Machtgier und Rache in eine Katastrophe, in der fast alle Hauptfiguren sterben. Hamlet erzählt von einem Menschen, der zu viel weiß, zu viel fühlt und zu lange zögert – und von einer Welt, in der Macht wichtiger ist als Wahrheit.
Die Aufführungen finden am 26./27. Juni, 3./4. Juli, 10./11. Juli sowie 17./18. Juli 2026 statt. Weitere Informationen gibt es unter www.burgbuehne-dilsberg.de.
B. BZ
T. mbue

