Pater Wilfrid Woitschek berichtete beim Jahresgottesdienst von schwierigen Lebensbedingungen in den Anden – 2000 Euro für den Kirchenneubau in Motil


Dilsberg. Seit nunmehr 39 Jahren unterstützt der Perukreis Dilsberg-Mückenloch Menschen in den peruanischen Anden. Beim Jahresgottesdienst in der katholischen Kirche St. Bartholomäus berichtete Pater Wilfrid Woitschek von den Herausforderungen vor Ort und dankte den Dilsbergern für ihr langjähriges Engagement. Hermann Grimm, Barbara Berberich, Bärbel Beisel und Marek Jaworek organisieren regelmäßig Bazare und Feste, um Spenden zu sammeln. Damit unterstützen sie unter anderem das Kinderheim in Trujillo und das Partnerdorf Motil.


„Heute feiern wir das Team des Dilsberger Perukreises“, sagte Woitschek zu Beginn des Gottesdienstes. Seit 1986 wirkt Woitschek in Peru und betreute zuletzt von Chiuchin aus zahlreiche Gemeinden. Gerade auf Besuch im heimatlichen Dossenheim, übernahm er gerne den Gottesdienst und versprach, die Grüße der Dilsberger Gemeinde nach Peru zu bringen. „Ich danke Pater Woitschek für seine Unterstützung“, sagte Barbara Berberich, Mitbegründerin des Perukreises. Von Anfang an sei er ein guter Berater gewesen und Dilsberg stets verbunden.


Verena Hammann-Kloss und Marek Jaworek lasen Texte und Fürbitten, das Glaubensbekenntnis sprach die Gemeinde gemeinsam in der peruanischen Fassung. Musikalisch umrahmten Dr. Christina Sickinger, Clara Sickinger, Thomas und Petra Burger den Festgottesdienst. In seiner Predigt schilderte Woitschek eindrücklich die Lage in Peru. Schutzgelderpressungen, Kriminalität und Korruption belasten das Land. Hinzu kommt die Landflucht: Viele verlassen ihre Dörfer, weil Perspektiven und Infrastruktur fehlen. Einige ziehen an die Küste, andere wandern nach Europa aus, etwa nach Italien oder Spanien. Auch die gesellschaftlichen Strukturen haben sich verändert. Familien, die früher fünf oder sechs Kinder hatten, bekommen heute meist nur ein oder zwei, ähnlich wie in Deutschland. Dadurch sinken auch die Schülerzahlen auf dem Land. Wo früher über 40 Schüler unterrichtet wurden, sind es heute oft nur ein Dutzend oder weniger. Auch der Anteil der katholischen Bevölkerung ist gesunken: Früher gehörten über 90 Prozent der Kirche an, heute sind es etwa zwei Drittel. Großer Beliebtheit erfreuen sich dagegen die Patronatsfeste zu Ehren der Dorfheiligen. Dabei werden deren Statuen in feierlichen Prozessionen durch die Straßen getragen. Diese Feste verbinden religiöse Tradition mit Gemeinschaft und ziehen auch Menschen an, die ihre Heimatdörfer längst verlassen haben. Hoffnung machen zudem neue Schulpartnerschaften zwischen Deutschland und Gemeinden in den Anden. Sie bieten die Chance, junge Menschen für die Partnerschaftsarbeit zu gewinnen. Denn die Jugend fehlt, und es bleibt entscheidend, sie für das Engagement und die Verbindung zu Peru zu begeistern.


Ein besonderer Blickfang waren die an der Kirchenwand ausgestellten Fotos der neu errichteten Kirche in Motil, die mit 2000 Euro Spenden aus Dilsberg unterstützt wurde. Auf den Fotos ist sie als heller, großzügiger Bau mit hohen Fenstern und einem breiten Mittelgang zu sehen.


Nach dem Gottesdienst ging es in den Pfarrsaal, wo eine Gemüsesuppe auf die Besucher wartete. Barbara Berberich und Bärbel Beisel hatten sie am Vortag zubereitet. Zusammen mit Doris Baust, Noemi Weiss-Heß und weiteren Helfern versorgten sie die Gäste. Auch in Zukunft soll die Hilfe weitergehen: für das Kinderheim in Trujillo, die pastorale Arbeit der Partnergemeinde, notwendige Autoreparaturen, damit der Pfarrer entlegene Dörfer erreicht, und den Erhalt der neuen Kirche. Im kommenden Jahr steht ein besonderes Ereignis bevor: Der Perukreis feiert sein 40-jähriges Bestehen.
T.+B. mbue
