Ein Mähroboter als Ehrengast: Beim Herbstfest des 1. FC Dilsberg stand er am Samstag kurz still mitten auf dem Platz. Seit dem 6. Mai dreht der neue Rasenpfleger dort seine Runden. Möglich wurde die Anschaffung durch eine Crowdfunding-Aktion, an der sich 101 Fans und zahlreiche weitere Unterstützer beteiligten.

Die benötigten 4.500 Euro waren schnell erreicht. Weil die Volksbank Heidelberg-Neckartal die Spendensumme verdoppelte und die Spenden den geforderten Betrag sogar überschritten, kamen 9.450 Euro für das Projekt zusammen. Der Wunsch nach maschineller Unterstützung hatte einen einfachen Grund: Über Jahrzehnte pflegten Vereinsmitglieder den Rasen in Eigenleistung. Besonders eng mit dem Sportplatz verbunden war der inzwischen verstorbene Rudolf Maurer, der hier viele Jahre mit seinem Rasentraktor unterwegs war. Ein Mähroboter sollte die Ehrenamtlichen entlasten und für regelmäßige Pflege sorgen.


Beim Herbstfest holte der Verein die Menschen zusammen, die das Projekt möglich gemacht hatten. Um 11 Uhr lud der Vorstand alle Spender ein, die mehr als 100 Euro beigesteuert hatten, und bedankte sich im Clubhaus mit einem gemeinsamen Buffet für ihre Unterstützung. Rittmeiers Mutter hatte es gemeinsam mit Helfern vorbereitet. Dort dankte Vorstand Daniel Rittmeier den Spendern, Sponsoren und Helfern. Sein besonderer Dank galt dem Trainer und Kassenwart Jörg Büch: „99 Prozent des Projekts hat er umgesetzt“, sagte Rittmeier. Simon Ohlhauser von der Volksbank Heidelberg-Neckartal überreichte den symbolischen Scheck an Daniel Rittmeier und Jörg Büch.


Büch hatte die Aktion „Ein Rasenheld für den FC“ maßgeblich vorangetrieben. Er zählte die zahlreichen Unterstützer auf – darunter die Stiftungen Hanna Weiß und Lore Kirchhofer, den Badischen Sportbund, die Stadt Neckargemünd sowie Unternehmen aus der Umgebung.


Auch Vereinsmitglieder legten Hand an. Ortsvorsteher Andreas Erles rückte sogar mit seinem Bagger an, um das Erdkabel für den Stromanschluss zu legen. Georg Ruf half mit seinem Fachwissen, den Anschlusspunkt bereitzustellen. „Eine Wahnsinnsaktion“, sagte Büch. Der Rasen sei nun besser, der Roboter laufe gut. Nur der Maulwurf lasse sich davon bislang wenig beeindrucken und ziehe weiterhin seine eigenen Bahnen.


Ab 12 Uhr öffnete das Herbstfest seine Türen für alle Besucher. Es gab Haxen und Grillgut, später Kaffee und Kuchen. Die Gäste nutzten im Laufe des spätsommerlichen Samstags die Gelegenheit zum Essen, Trinken und Zusammensitzen. Auch sportlich war einiges geboten.


Statt des ursprünglich geplanten Alte-Herren-Turniers mit mehreren Mannschaften kam es kurzfristig zu einem einzelnen Spiel zwischen den Alten Herren des FC Dilsberg und den Gästen aus Wiesenbach.


Die Wiesenbacher in Grün gingen zunächst in Führung, doch die Dilsberger in Gelb-Schwarz drehten gegen Ende die Partie noch und entschieden das Spiel für sich. Die Zuschauer am Spielfeldrand feuerten beide Mannschaften lautstark an.


Paolo Montrasio vom FC gratulierte den Teams, überreichte der Heimmannschaft den Pokal und dankte der Gastmannschaft mit einem Getränkegutschein für das Clubhaus.


Wer selbst sportlich aktiv werden wollte, konnte sich beim Torwandschießen versuchen. Für zwei Euro gab es sechs Schüsse – drei oben, drei unten. Als Hauptpreis lockten originale Torwarthandschuhe von Oliver Baumann. Zugleich unterstützte der FC mit der Aktion den Dilsberger Kindergarten: 50 Prozent der Einnahmen aus dem Torwandschießen werden gespendet.


Gute Laune am Grill und hinterm Tresen: Die Helfer hatten alle Hände voll zu tun. In mehreren Schichten verteilten sich die Vereinsmitglieder und Helfer vor Ort. Andere beteiligten sich unter anderem mit Kuchenspenden.
Der Dank für die Unterstützung des Mähroboters gilt neben den genannten Stiftungen, der Volksbank und dem Badischen Sportbund insbesondere: Frederik Schmitt, Thomas Muth, Wilfried Schmitt, Andreas Erles, Georg Ruf, Andy Ried, Leon Rupp, Donald van Soldt, Wolfgang Berberich, Daniel Weitzel, Nico Schlotzko, Sebastian Rudy, Jens Roth und dem Vorstandsteam des 1. FCD .
T.+B. mbue

