Sommernachtstraum der ChorYfeen begeisterte das Publikum

Am Sonntagabend war die evangelische Kirche Dilsberg bis auf den letzten Platz gefüllt. Sogar zusätzliche Bänke mussten aufgestellt werden, damit alle Besucher Platz fanden. Sie kamen aus der ganzen Region.

Mit ihrem Konzert „Sommer. Nacht. Traum.“ nahmen die ChorYfeen das Publikum mit auf eine musikalische Reise durch Sommernächte, Sternenhimmel und Träume.

Unter der Leitung von Andrea Stegmann verband das Ensemble Chormusik aus verschiedenen Jahrhunderten und Genres mit Gedichten und Solobeiträgen zu einem stimmungsvollen Gesamterlebnis.

Den Auftakt bildeten Klänge aus Renaissance und Gegenwart, bevor bekannte Abendlieder und moderne Chorliteratur den nächtlichen Himmel musikalisch ausleuchteten.

Manuela Büch und Claudia Rittmüller rezitierten zwischendurch Gedichte von Heinrich Heine, Mascha Kaléko und Joseph von Eichendorff und verbanden damit immer wieder Musik und Literatur.

Das Chorwerk „Stars“ des lettischen Komponisten Ēriks Ešenvalds berührte besonders. Die Sängerinnen ließen mit unterschiedlich gefüllten Gläsern schwebende Obertöne erklingen, die den Sternenhimmel fast hörbar machten. In der Kirche entstand eine außergewöhnliche Stimmung, die das Publikum mit langem Applaus ehrte.

Auch die Solistinnen setzten besondere Akzente. Sopranistin Angelika Reinhard glänzte mit dem spanischen Lied „Noche hermosa“, den Wiegenliedern und gemeinsam mit Rebekka Stahl in Auszügen aus Mendelssohns „Ein Sommernachtstraum“. Renate Pollwein brachte mit „Aquarius – Let the Sunshine In“ spürbar Schwung in die Kirche – da wippten Schultern und Köpfe energisch mit.

Im Kontrast dazu schufen die bekannten Kinder- und Abendlieder eine ruhige, fast vertraute Stimmung. Bei „La-le-lu“, „Guten Abend, gut Nacht“ und „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“ wiegten sich viele Zuhörer sanft zur Musik. „Ich kenne die Lieder alle“, sagte ein Besucher nach dem Konzert lächelnd und erinnerte sich an die Zeit, als seine Kinder klein waren.

Einen wesentlichen Anteil am Gelingen des Abends hatte Pianist Till Otto. Mit Feingefühl und musikalischer Sensibilität führte er den Chor und die Solistinnen durch das vielseitige Programm. Nach dem Konzert sagte er, er komme immer wieder gern nach Dilsberg – dieser Ort sei etwas Besonderes.

Das Publikum applaudierte begeistert, immer wieder. Nach dem Schlusslied „Tonight“ forderten die Besucher mit „Dream a Little Dream of Me“ eine Zugabe – ein stimmungsvoller Abschluss eines Konzertabends, der Musik, Poesie und Sommernacht meisterhaft vereinte. „Das ist das beste Konzert, das ich seit Langem gehört habe“, sagte eine Frau aus Neckargemünd.

Der Förderverein der evangelischen Kirche schenkte auf der Kirchenterrasse Sekt aus. Trotz des Gerüsts, das die Kirche wegen der Sanierungsarbeiten umhüllt, blieb genug Raum, um zu verweilen, den Ausblick zu bewundern und den Abend zu genießen.

T. mbue/red
B. BZ