Trockenheit – Hilfeaufruf im Namen unserer Wildtiere

Liebe, sehr geehrte Dilsberger Bürgerinnen und Bürger,

dies ist ein Hilfeaufruf im Namen unserer Wildtiere. Die andauernde Trockenheit – und ab der kommenden Woche die wieder hohen bis extrem hohen Temperaturen – bedrohen in zunehmendem Maße unsere Natur und unsere Wildtiere. Während wir akut und unmittelbar für unseren gebeutelten Wald nur wenig tun können, unsere Gärten und öffentlichen Grünflächen teilweise und nur bedingt versorgen können, so sind wir dennoch in der Lage, unseren Wildtieren durch diese schweren Zeiten zu helfen.
Viele Dilsbergerinnen und Dilsberger unterstützen bereits ihre Gartenbewohner und Gartengäste mit Wasserstellen, Teichen, Futterstellen und schattigen Rückzugsorten. Herzlichen Dank – und vielleicht können Sie Bekannte und Freunde ermuntern, sich ebenfalls zu kümmern, wenn nicht schon geschehen.

Was jeder tun kann – konkret, sofort, wirksam

Für Insekten: Leben retten, Durst stillen
Insekten sterben massenhaft, wenn sie keinen Zugang zu Wasser haben. Schon flache Wasserstellen können für Bienen, Schmetterlinge und Käfer überlebenswichtig sein.
Wasserstellen anbieten: Füllen Sie flache Schalen oder Untersetzer mit Wasser und legen Sie Kieselsteine, Murmeln oder Äste hinein, damit Insekten sicher trinken können, ohne zu ertrinken.
Blühstreifen & Wildblumen: Säen Sie heimische Wildblumen (z. B. Kornblume, Malve, Natternkopf) – sie bieten Nahrung und Schatten.

Für Vögel: Durst löschen
Nicht nur Jungvögel verhungern und vertrocknen, wenn sie keine feuchten Nahrungsquellen finden. Erwachsene Vögel brauchen immer Wasser zum Trinken und Baden. Übrigens: Weder Elsenz noch Neckar sind für viele Vogel- und Tierarten eine geeignete Wasserquelle, weil an vielen Stellen keine flachen Uferzonen vorhanden sind!
Vogeltränken aufstellen: Täglich frisches Wasser in flachen Schalen (mind. 30 cm Durchmesser) anbieten, idealerweise an schattigen, katzensicheren Orten. Tipp: Einen hohen Pflanzenkübel kopfüber aufstellen und dort die Trinkschale platzieren. 
Futterstellen anpassen: Weichen Sie Meisenknödel in Wasser ein oder bieten Sie weiche Früchte (z. B. Apfelstückchen) an – Jungvögel können harte Nahrung nicht fressen. Ansonsten sind geschälte Sonnenblumenkerne für viele Vogelarten eine gute Wahl.

Für Reptilien & Amphibien: Überleben sichern
Amphibien vertrocknen, wenn ihre Haut austrocknet. Eidechsen und Blindschleichen suchen verzweifelt nach Feuchtigkeit und Schatten. In unseren trockenen Wäldern haben sie es derzeit extrem schwer. 
Feuchtbiotope schaffen: Legen Sie eine flache, sonnige Mulde mit Lehm oder Ton an und halten Sie sie feucht – ideal für Amphibien und Insekten.
Steinhaufen & Totholz: Schichten Sie Steine oder Äste zu einem Haufen – das bietet Reptilien und Insekten kühle, feuchte Rückzugsorte.
Gartenteich anlegen: Schon ein kleiner Teich (auch in einem Eimer oder einer Wanne) kann für Frösche, Molche und Libellen zum Lebensretter werden. Achten Sie auf flache Uferzonen und Verzicht auf Fische (sie fressen Kaulquappen).

Probleme auch für Igel und Eichhörnchen
Igel: Sie finden bei der Trockenheit kaum noch Insekten, Larven oder Würmer, weil der Boden hart und trocken ist. Sie dehydrieren schnell und verlieren ihre Kräfte
Eichhörnchen: Werden durch extremen Durst unvorsichtig. Sie klettern in Regentonnen oder Teiche auf der Suche nach Wasser und ertrinken dort häufig.
Auch für sie ist gilt: Helfen Sie Ihnen, indem sie leicht zugängliche und sichere Wasserstellen anlegen und diese bei der heißen Witterung täglich reinigen.

Ohne Garten? Auch Sie können helfen!
Balkonkästen bepflanzen: Mit heimischen Stauden (z. B. Lavendel, Fetthenne, Tyhmian etc.) und einer kleinen Wasserschale bestücken.
Öffentliche Flächen nutzen: Sprechen Sie mit Nachbarn, Schulen, Kindergärten oder Kommunen – gemeinsam können Sie Blühstreifen oder Wasserstellen anlegen.
Aufklärung: Teilen Sie dieses Wissen weiter – je mehr Menschen handeln, desto größer der Effekt.

Jeder Beitrag zählt – jetzt handeln!
Die Natur braucht uns. Jetzt. Insekten sterben, Amphibien vertrocknen, Vögel verdursten. Mit kleinen, gezielten Maßnahmen können wir ihnen helfen. Beginnen Sie heute und starten Sie zum Beispiel mit dem Aufstellen einer Schale Wasser, bitte weder Glas noch glatte Keramik, da rutschen die Tiere aus. Gemeinsam können wir Dilsberg zu einer Oase für Wildtiere machen. Herzlichen Dank für Ihre Hilfe und Ihr Mitgefühl!

Text und Fotos: Steffanie Richter