Dernierenwochenende – Burgbühne schließt Saison erfolgreich ab

Volles Haus auch am letzten Wochenende. Besucherinnen und Besucher von nah und fern kamen zur Burgbühne nach Dilsberg – manche bereits zum wiederholten Mal, viele aber auch zum ersten.

Am Freitagabend stand die Vorstellung zunächst auf der Kippe, denn Unwetter waren angekündigt. Zum Glück hörte es pünktlich um 19.30 Uhr auf zu regnen, sodass die Schauspielerinnen und Schauspieler mit nur wenigen Minuten Verspätung beginnen konnten.

Das Ensemble zeigte sich in bester Spiellaune und präsentierte einen Klassiker aus ungewohnter Perspektive. Gleich zu Beginn scheuchen Regisseurin Ada Brizzi und ihr Assistent Sven Lindekugel alle auf die Bühne. Wie es denn mit den Requisiten aussehe, wollen sie wissen.

Eine Woche vor der Premiere eine berechtigte Frage. Für Technik, Ton, Kostüme und Maske gibt es noch viel zu tun. Aber auch bei den Schauspielern sitzt noch nicht alles. Also auf in die erste Szene: Hier trifft die Geistererscheinung (Axel Bedbur) auf Hamlets Freund Horatio (Nils Weitzell).

Die Bühnencrew funkt immer wieder dazwischen, testet neue Geräte, verlegt Leitungen und nimmt letzte Maße. Im ersten Akt greifen die Gags in Form von Filmzitaten geschickt ineinander, während sich parallel die eigentliche Handlung entfaltet. Auch Konflikte muss die Regie lösen: So stellt sich heraus, dass Ophelia (Amelie Schütz) versehentlich doppelt besetzt wurde. Mit viel Überredungsgeschick gelingt dem Regieteam die Umbesetzung zur Königin (Brigitte Weitzel).

König Claudius (Kolja Grotkop) fühlt sich nach dem Tod seines Bruders im Recht, dessen Witwe zu heiraten. Hamlet ringt mit sich. Er versteht die überstürzte Hochzeit nicht und trauert um seinen Vater. Um Zeit zu gewinnen, stellt er sich verrückt.

Das bringt Rosenkranz (Dario Steininger) und Güldenstern (Rowen Niedermayer) auf den Plan – Jugendfreunde Hamlets, die ihn auf Geheiß des Königspaars aushorchen sollen. Doch Hamlet durchschaut das Spiel, und das Unheil nimmt seinen Lauf. Polonius (Sebastian Weitzel), Ophelias Vater, belauscht Hamlet und die Königin und wird dabei von Hamlet getötet, der ihn irrtümlich für den König hält.

Ortsvorsteherin Anita Berger (Michaela Deichl) will den Erfolg des Theaterstücks für ihre politische Karriere nutzen. Immer wieder stört sie den Probenablauf und mischt sich in das Geschehen ein. „Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage“ – so schwer kann das doch nicht sein.

Mit der Hamlet-Inszenierung zeigt die Burgbühne, wie vielschichtig – und manchmal auch herrlich verrückt – Theater sein kann. Chaos und Streitereien auf der einen Seite, Zusammenhalt auf der anderen. Denn irgendwann steht das Bühnenbild, die Kostüme sind geliefert und passen, Ton und Technik sind einsatzbereit.

Im zweiten Akt spitzt sich das Drama zu. Aus der Komödie, die die Ortsvorsteherin sich zu Beginn für ihren Wahlkampf gewünscht hatte, wird schließlich doch die klassische Tragödie. Die Königin stirbt, nachdem sie aus einem vergifteten Becher trinkt, der eigentlich für Hamlet bestimmt war. Auch Laertes (Simon Winter)…

… sowie Hamlet und der König sterben. Die Kampfszenen im Finale ließen kaum Zeit zum Durchatmen. Die bemerkenswerten Choreografien hatten die Darsteller gemeinsam mit Kampfprofi Thomas Ziesch einstudiert. Mit viel Situationskomik brachten die Totengräber (Alex Stahl und Markus Winter) die Geschehnisse auf den Punkt.

Nachdem die dänische Königsfamilie durch Gift und Intrigen ausgelöscht ist, übernimmt Norwegens Prinz Fortinbras (Natascha Mazzaro) den dänischen Thron.

Noch einmal großer Applaus und stehende Ovationen: So bedankte sich das Publikum bei einem Ensemble, das acht Aufführungen erfolgreich gemeistert hat.

Ein großer Dank von Vorstand Markus Winter galt allen Beteiligten – der Bewirtung, der Technik sowie den vielen Helferinnen und Helfern vor und hinter der Bühne. Nun verabschiedet sich die Burgbühne in die wohlverdiente Sommerpause.

Premierenbericht

Wie es weitergeht, erfahren Sie auf burgbuehne-dilsberg.de.

T. mbue

B. BZ