Karneval und Jubelhochzeit mit Bischof – Die Weltkirche zu Gast in Neckargemünd und auf dem Dilsberg

Das Fastnachtswochenende ist in Neckargemünd ja immer eine ganz besondere Zeit, aber dass in diesem Jahr sogar ein echter Bischof mitfeiern würde, hätte wohl niemand gedacht. Auf ihrem Rückweg von einer Papstaudienz in Rom kamen Bischof Isaac Martínez Chuquizana und Padre Johann aus Peru in die Stadt. Der Bischof wollte den Perukreis Neckargemünd kennenlernen, der seit 1992 eine Partnerschaft mit den Pfarreien Niepos und La Florida in seiner Diözese Cajamarca pflegt. Seit 2003 unterstützt der Perukreis dort den „Comedor“ – ein Mitagessen für Schülerinnen und Schüler aus armen Familien, die meist noch einen besonderen Förderbedarf haben.

In gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen lernte man sich am Freitagnachmittag kennen und polierte die eigenen Spanischkenntnisse auf. Zum Glück sprach der Bischof auch fließend Englisch und Französisch, so dass die Verständigung sehr gut gelang. Natürlich waren alle neugierig zu erfahren, was Bischof Isaac beim Papst erlebt hatte, den er schon aus dessen Zeit als Missionar in Peru kannte. Ja, was ist Leo XIV. für ein Mensch? Ist er so nett wie Franziskus? „Der Papst ist ein Mann des Friedens. Der Frieden ist ihm sehr wichtig. Und er möchte den Weg seines Vorgängers in allem fortsetzen.“, verriet der Bischof.

Begrüßungskaffee am 13.2. in Neckargemünd mit Mitgliedern des Perukreises Neckargemünd
Ausflug nach Heidelberg am 14.2., v.l.n.r.: Dr. Irmhild Näger, Padre Johann, Bischof Isaac, Pamela Munoz und Christian Schwarzer (alle Perukreis Neckargemünd)

Bei der anschließenden Führung durch die beiden Neckargemünder Kirchen zeigte sich der Bischof besonders beeindruckt von der alten Hochwassermarke in der evangelischen Kirche, die ihn an die schlimmen Überschwemmungen in seiner Heimat denken ließ. „In diesen Monaten kämpfen die Menschen besonders mit dem Wetter, mit starkem Regen und Erdrutschen“, bemerkte er nachdenklich. Mit einem gemütlichen Abendessen mit Vertretern der Pfarreileitung und der Perukreise Neckargemünd und Dilsberg ließ man den Abend ausklingen.

Für den Samstag stand eine Besichtigungstour nach Heidelberg auf dem Programm, die jedoch auf Wunsch des Bischofs nur den Vormittag über dauerte. Denn er entpuppte sich als großer Karnevalsfan und wollte pünktlich zum närrischen Umzug zurück in Neckargemünd sein. Am Abend ging es zur Messe nach Mönchzell – zur großen Freude der Gottesdienstbesucher, die sich nicht erinnern konnten, wann zum letzten Mal ein Bischof in ihrer Kirche zu Gast war.

v.l.n.r.: Leitende Referentin Julia Powelske, Bischof Isaac, Pater Naidu Killada, Jubelpaar Barbara und Wilhelm Berberich, Padre Johann; im Hintergrund: Dilsberger Ministranten
Bischof Isaac trägt sich ins Goldene Buch von Dilsberg ein, im Hintergrund stellvertretende Ortsvorsteherin Monika Nohe-Weinert und das Jubelpaar

Ganz besonders im Gedächtnis bleiben wird vielen der Sonntagsgottesdienst auf dem Dilsberg. Durch einen glücklichen Zufall feierte das Ehepaar Barbara und Wilhelm Berberich an diesem Morgen ihre Eiserne Hochzeit. Seit 39 Jahren engagieren sich die Eheleute im Perukreis Dilsberg, der eine Partnerschaft mit der Pfarrei Mótil in der Diözese Trujillo unterhält, und konnten schon an vielen großen Projekten für die Menschen in Peru mitarbeiten. „Im Laufe dieser Jahre haben wir schon fünf Bischöfe bei uns beherbergt“, verriet das Jubelpaar stolz. Es war eine fröhliche Feier, in der auch viele spanische Lieder gesungen wurden und an deren Ende der Bischof einige bewegende Worte an die Eheleute Berberich richtete. „In unserer Zeit der Unsicherheit und Schnelllebigkeit sind Sie, liebes Jubelpaar, ein Beispiel für Liebe, Treue und Beständigkeit. Ihre Arbeit für die Menschen in Peru ist eine sehr wichtige, denn wir müssen mehr denn je an der Seite der Armen stehen. Als Christinnen und Christen gehören wir zusammen. Ich danke Ihnen und der Gemeinde sehr herzlich für Ihren Einsatz und segne Sie.“

Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus wartete schon die stellvertretende Ortsvorsteherin Monika Nohe-Weinert mit dem Dilsberger Goldenen Buch, in das die Gäste sich eintragen durften. Nach einem guten Mittagessen und dem Versprechen, sich bald in Peru wiederzusehen, machten sich Bischof Isaac und Padre Johann mit vielen Eindrücken auf den Weg zum Flughafen. Und auf beiden Seiten war man sich einig, wie schön es doch ist, Freundschaften zu knüpfen und Hoffnung zu teilen über die Grenzen von Ländern, Kulturen und Sprachen hinweg.

T. Julia Powelske

B. Roland Rupp, Irmhild Näger