Mayans01 „Berg voller Farben“
  
in der Neckargemünder
 
präsentGalerie

 
Petra Mayáns präsentierte Acrylbilder aus ihrem Dilsberger Atelier
 
6. Juli 2007
 
Zum ersten Mal stellte die in Dilsberg aufgewachsene Petra Mayáns ihre farbenfrohe Phantasie anregenden Acrylbildern beim Neckargemünder "Langen Freitag" im Juli 2007 einer breiten Öffentlichkeit vor.
  

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Die Vernissage „Berg voller Farben“ in der "präsentGalerie" fand große Resonanz und Galerist Claus Petschmann konnte zahlreiche Gäste, darunter auch Freunde und Weggefährten der Künstlerin, begrüßen. Petschmann freute sich, dass die Einführung der weitgereiste Rolf Kienle, das journalistische Heidelberger „Urgestein“, auch bekannt durch die Veranstaltungsreihe „Ritter Talk“, übernahm.
 

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Wer mit der strukturierten gradlinigen „Powerfrau“ Petra Mayáns zu tun hat und zum ersten Mal ihre Acrylbilder sieht, ist zunächst ein wenig überrascht. Positiv überrascht, denn nicht die vermuteten Ecken und Kanten beherrschen das Gemälde, sondern weiche Formen und Linien fließen in harmonischen Farben. Farbenfrohe Bilder die zum Träumen verleiten, den Alltag vergessen lassen und die Phantasie anregen. Ausdrucksvolle Bilder wie Afrika lassen die Vermutung zu, sie seien direkt in der afrikanischen Savanne entstanden. Weit gefehlt – das Atelier der Künstlerin steht auf dem Dilsberg.
 

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Ihr Vater bevorzugte eine andere Stilrichtung, auch farbenfroh aber gegenständlich, so wie sie zu ihren Anfangszeiten. Liebevolle Erinnerungen aus Kindheitstagen zieren die Wand ihres Malerhäuschens.

 
Petra Mayáns wurde 1957 in Heidelberg geboren und ist auf dem Dilsberg aufgewachsen. Ihr „Lehrmeister“ war Vater Helmut Striegel, ein bekannter Künstler. Seine Werbeagentur diente dem Broterwerb der Familie, aber die Kunst hat er nie vergessen. Bereits früh nahm er die kleine Petra mit, um beispielsweise gemeinsam einen Baum zu malen. „Sei ruhig und mal weiter, ich bin noch nicht fertig!“ lautete des Öfteren sein Kommentar. Von ihm hat sie viel gelernt und ein Gespür entwickelt für Fluchtlinien, Perspektiven, Schattierungen und Proportionen.
 

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In der Schule auf dem „Berg“ waren Schönschreiben, Heimatkunde und Handarbeit nicht ihr Ding, lieber ging sie zur Strafe ins Kämmerchen. Um ein Haar wäre sie Malerin geworden aber ihr Vater entschied, dass sie etwas Gescheites lernen sollte. Deshalb schlug sie, trotz bestandener Aufnahmeprüfung an der Goldschmiedeschule in London, den „vernünftigen“ Weg einer kaufmännischen Ausbildung ein. Doch die Malerei ließ sie nie ganz los. Seit ca. 25 Jahren verfügt sie über eigene Ausstellungserfahrung, in Restaurants oder Geschäftsräumen und jetzt ging sie einen Schritt weiter, mit ihrer ersten Galerieausstellung.
 

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Nicht die Übernahme der Wirklichkeit ist unser Ziel, sondern die Ausbildung einer autonomen Bildstruktur. (Heribert Mader)

 
Weg von der Gegenstandsmalerei besuchte sie 2005 in Bruneck, Italien, die Internationale Ferienakademie und belegte bei Heribert Mader ein Seminar für Acrylmalerei. Hier entdeckte sie ihre Leidenschaft für die abstrakte, farbenfrohe Kunst. Keine Ferien im üblichen Sinne, sondern harte physische und psychische Arbeit standen auf dem Programm. Seitdem steht sie mit ihrem italienischen Lieblingspinsel, aus besonders zartem Haar, so oft es ihre knappe Freizeit zulässt an der Staffelei in ihrem Atelier, dem „Malerhäuschen“ vom Papa und Petra auf dem Dilsberg und hält Eindrücke sowie Stimmungen fest. Dabei lauscht sie mit Vorliebe den Akkordeonklängen von Lydie Auvray. Je nach Stimmung lässt sie ihrer Farbphantasie und ihrer Suche nach Formen freien Lauf, was die Vielfalt der ausgestellten Exponate belegt.
 

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Bei der chronologischen Auflistung ihrer Werke fiel ihr auf, dass sie im Winter eher fröhliche farbenfrohe Bilder malt, während in den warmen Monaten eher verrückte Einfälle dominieren. Eines ihrer Lieblingsbilder „Jänner“ schuf sie im April und die Betrachtung der winterlichen Idylle verschafft ihr an heißen Tagen eine wohltuende Abkühlung. Bei der Acrylmalerei lässt sich mit den unterschiedlichsten Farbnuancen hervorragend experimentieren, denn Grundtöne lassen sich auf verschiedene Weise variieren, weiß deckend, halbdeckend oder lasierend. Ebenfalls eine große Rolle spielt, ob die Farben auf einen trockenen, halbtrockenen oder feuchten Untergrund aufgetragen werden. Durchs Auftragen verschiedener Schichten oder durch Wischen entstehen die unterschiedlichsten Strukturen bis hin zum dreidimensionalen Charakter. Petra Mayáns Bilder weisen eine weitere Besonderheit auf, denn bedingt durch die Signatur auf der Rückseite, kann man Exponate wie „Afrika“ auf den Kopf stellen. Das heißt, der Käufer entscheidet selbst, ob er das erworbene Gemälde im Hoch- oder doch lieber im Querformat aufhängen möchte.

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Besonders freute sie sich über die Anwesenheit des Künstlers und Grafikers Erich Kraft, der früher in der Werbeagentur ihres Vater arbeitete und sie von klein auf kennt. Gemeinsam mit ihrer Mutter Brunhilde Striegel verfolgte sie stolz das große Interesse an ihren Werken.
 

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Der prägnante Ausstellungstitel „Berg voller Farben“ kommt nicht von ungefähr: aufgewachsen mit einem Berg von Farben, geprägt vom Leben auf dem Berg, benötigt die Acrylmalerei einen Berg voller Farben. Die Malerei ist für die quirlige Künstlerin ein Ausgleich zum stressigen Alltag. Hier kann sie abschalten und loslassen. Originalton Petra Mayáns: „Ich halte es mit meinen Bildern wie mit dem Wein, entweder er schmeckt einem oder nicht!“
 

boe/bz
 
Weiterer Bericht: Exponate von Petra Mayáns in der „Chocolaterie“