OR Briefkopf
   
Bericht über die Sitzung des Ortschaftsrates am 10. Mai 2021
   
im Ratssaal der Stadt Neckargemünd

Auch kurze Sitzungen können gehaltvoll sein
 
Eine der kürzesten öffentlichen Sitzungen des Ortschaftsrates Dilsberg beinhaltete eine Entscheidung mit mutmaßlichen Folgeeffekten und einige interessante Informationen.

 
Zunächst ging es um den Ausbau eines Dachgeschosses an einem Haus im Postweg. Der Bauherr beabsichtigt, auf einem bestehenden Gebäude einen Kniestock von 40 cm zu errichten, um darauf dann über ein flacheres Dach mit durchgehenden Gauben zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Die Höhe des Hauses soll unverändert bleiben. Allerdings wird mit der Maßnahme die nach dem Bebauungsplan „Eisenfresser“ vorgesehene Höchstgrenze der Geschossflächenzahl um 24 Prozent überschritten. Zudem schließt der besagte Plan die Errichtung von Kniestöcken ausdrücklich aus.

Ortsvorsteher Streib fand diese Wohnraumerweiterung begrüßenswert, gab aber zu bedenken, dass mit den beantragten deutlichen Überschreitungen der Grenzen des Bebauungsplanes ein Präzedenzfall für das gesamte Baugebiet geschaffen werde. Andere Hausbesitzer könnten bei ähnlichen Anträgen sich auf diese, dem aktuellen Antragsteller genehmigten Ausnahmen berufen.
  
Sieben der anwesenden acht Mitglieder des Ortschaftsrates stimmten dem Projekt dennoch zu. Als Gründe dafür führten sie an:
  • In einem neueren Bebauungsplan würden die Einschränkungen, die für den Eisenfresser vor mehr als 40 Jahren beschlossen worden sind, nicht mehr aufgenommen werden.
  • Heute ist es wichtig, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.
  • Die Höhe des Gebäudes bleibt erhalten.
  • Es ändert sich nur die Optik des Dachaufbaues.
  • Die Nachbarn werden durch diesen Dachausbau nicht beeinträchtigt.


Aus der Mitte des Ortschaftsrates kamen dann noch folgende Anregungen bzw. Hinweise:
Nach der Verlegung des Glaserfaserkabels in der Dilsberger Straße erhielt der Geh- und Fahrradweg eine neue Asphaltdecke. Dabei wurde nicht auf die Übergänge zum alten Belag geachtet, sodass Schwellen entstanden sind. Diese Beobachtung soll dem Bauamt mitgeteilt werden.
 
Ein in der Feste wohnendes Ratsmitglied fragte nach, wie es um die Genehmigung von Photovoltaik-Anlagen und Wärmepumpen in der Feste bestellt sei. Der Ortsvorsteher griff diese Anfrage auf mit dem Hinweis, dass hier primär das Denkmalamt gefragt sei, bevor irgendwelche sonstigen Genehmigungsschritte begangen werden könnten. Wichtig sei, die für Neckargemünd angestrebte Änderung der Altstadtsatzung hin zur Genehmigung von solchen Anlagen zu beobachten. Sowie sich dort etwas in der besagten Frage ändern sollte, kann für die Feste Dilsberg Vergleichbares gefordert werden.
  
Abschließend schlossen sich alle Ratsmitglieder der Anregung aus ihrer Mitte an, der Stadtgärtnerei einen öffentlichen Dank für die hervorragende Aufarbeitung der Friedhofsanlage auszusprechen.
 
Allerdings wird nach Aussage einer Ortschaftsrätin der gute Eindruck dadurch getrübt, dass die Begehbarkeit der Anlage mit Rollstühlen und Rollatoren nach wie vor eingeschränkt ist.

Walter Berroth
12.05.2021