OR Briefkopf
   
Bericht aus dem Ortschaftsrat -
Sitzung 16. Dezember 2019
   
Es war wohl eine der kürzesten öffentlichen Sitzungen des Ortschaftsrats und das, obwohl ein bedeutendes, seit mindestens vierzig Jahren diskutiertes Problem auf der Tagesordnung stand: Das neue Feuerwehrhaus für Dilsberg. Der Platz für dir Zuhörer reichte kaum aus, waren doch viele Feuerwehrleute mit ihrem Kommandanten Theocharidis und dessen Stellvertreter Weitzell erschienen. Bürgermeister Volk unterstrich mit seiner Anwesenheit noch die Bedeutung des Ereignisses.
  
Doch vor dem Eintritt in die Tagesordnung stand die Bürgerfragestunde.
Ein Anwohner des Allmendweges beklagte, dass nun nicht mehr nur zu Öffnungs- und Schließzeiten des Kindergartens sondern auch bei größeren Veranstaltungen wie der Weihnachtsmeile im Allmendweg ein Verkehrschaos herrsche. Er fragte nach, ob die vor kurzem durchgeführte sog. Verkehrstagesfahrt irgendein Ergebnis für diese Situation gezeitigt habe. Ortsvorsteher Streib konnte nur berichten, dass das Landratsamt die Frage eines Fußgängerüberweges über die Neuhofer Straße prüfe. Auf wiederholte Rückfragen, bei denen auch das Problem der Sackgasse aufgrund der unechten Einbahnstraße im Ränkelweg angesprochen wurde, sicherte der Ortsvorsteher dem Anwohner zu, das Ordnungsamt die An- und Abfahrtsituation am Kindergarten überprüfen zu lassen.
   
Die Frage einer Anwohnerin des Alten Hofweges nach der Zufahrt zum Feuerwehrhaus wurde durch die noch vorzustellende Bauplanung beantwortet.
Eine weitere Bürgerin fragte nach, ob es nicht ein kleineres Grundstück für die Feuerwehr gäbe, schließlich müsse doch nicht noch Lagerfläche für die Feuerwehr Neckargemünds geschaffen werden. Auf Ihren Vorhalt, die Bürger seien in die Planung zu wenig einbezogen worden, antwortete der Ortsvorsteher mit dem Hinweis, dass der Entwurf des Feuerwehrhauses öffentlich vorgestellt worden sei. Dagegengehalten wurde, dass man mit den Bürgern nicht die möglichen Alternativen diskutiert habe.
  
Aus dem nichtöffentlichen Teil der letzten Ortschaftsrat-Sitzung wurde bekanntgegeben, dass der Rosenplatz eine Gedenktafel für den Initiator dies Platzes, Hans-Hermann Erles erhalten soll und dass beabsichtigt ist, in der Kernstadt und den Ortsteilen neue Wegweiser aufzustellen.
  
Schließlich ging Ortsvorsteher Streib auf den vorliegenden Bauantrag für ein neues Feuerwehrhaus ein. Er stellte fest, dass es sich um eine Bebauung in Außenbereich handele, für deren Genehmigung besondere Hürden überwunden werden mussten. Diese seien durch die Bauvoranfrage nun beseitigt. Dazu gehöre auch die Frage der zumutbaren Zufahrt zum Feuerwehrhaus. Dieses Problem wird nun damit gelöst, dass als Zufahrt eine gesonderte Straße von der Kreisstraße 4200 her gebaut werden soll. Damit ist der Alte Hofweg als Zufahrt ausgeschlossen.
   
Der Ortsvorsteher hob auch hervor, dass der vorliegende Bauantrag gegenüber der Ursprungsplanung deutliche Reduzierungen aufweise, sodass nunmehr nur die nach den gesetzlichen Richtlinien vorgeschriebenen Flächen vorgesehen sind.
  
Bei der anschließenden Aussprache ergriff Ortschaftsrat Maurer als erster das Wort und stellte noch einmal klar: Die vorgesehene Fläche zum Bau des Feuerwehrhauses sei ausdrücklich nicht als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen worden, weil diese langfristig für die Erweiterung des Bebauungsgebietes vorgesehen war. Den Ausführungen der Ortschaftsrätin Oehne-Marquardt, wonach es beim bisherigen Feuerwehhaus an allen Mindeststandards fehle, um einen ordentlichen Betrieb zu gewährleisten und mit der neu geplanten Zufahrt von der Kreisstraße her ein Hauptproblem der Bauplanung gelöst worden sei, schlossen sich auch die anderen Mitglieder des Ortschaftsrates an.
  
Nachdem der Ortsvorsteher noch die Ausführungen des Bürgermeisters zum Feuerwehrhaus bei der Einbringung des Haushalts 2020 in den Gemeinderat zitiert hatte - dort sind für 2020 1 Million Euro für das Feuerwehrhaus vorgesehen- stellte er den Bauantrag zur Abstimmung. Der Ortschaftsrat stimmte diesem Antrag einstimmig zu.
  
Bürgermeister Volk dankte den Mitgliedern des Ortschaftsrates für das eindeutige Votum und wies drauf hin, dass es nun sechs bis neun Monate dauern werde, bis der Bauantrag genehmigt sei. Erst dann könne begonnen werden, die Planung umzusetzen. Er nahm aber auch die Gelegenheit wahr, den anwesenden Mitgliedern der Feuerwehr dafür zu danken, dass sie über so lange Zeit trotz schwieriger Bedingungen ihre Einsatzbereitschaft gewährleistet haben und noch gewährleisten.
  
Unter dem Tagesordnungspunkt Mitteilungen und Anfragen wurde noch geklärt:
  • Es fehlt eine Lampe an der Zufahrt zum Tuchbleichenparkplatz. Die Parkkennzeichnung auf diesem Platz sollte endlich abgeschlossen werden.
  • Die Beleuchtung der Bushaltestelle am Abzweig Mückenloch wird weiter betrieben, ebenso wir das Graffiti am Bannholzweg, mit dem die LKW-Fahrer davon abgehalten werden sollen, in den Bannholzweg statt nach Mückenloch abzubiegen.
   
Erstaunlicherweise war der nichtöffentliche Teil der Ortschaftsratssitzung dann länger als der öffentliche Teil. Man darf daher auf die in der nächsten Sitzung vorzustellenden Ergebnisse dieser Beratungen gespannt sein.
  
Walter Berroth  
18.12.2019

Kommentare  

# Neues Feuerwehrhaus DilsbergBernhard Hoffmann 2019-12-19 11:06
Nun ist es endlich passiert. Dem Bauantrag für das neue Feuerwehrhaus wurde - dann auch im Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr am nächsten Tag einstimmig zugestimmt. Ein klares und eindeutiges Votum, um den jahrzehntelangen Missstand bei der Unterbringung der Feuerwehr in Dilsberg in absehbarer Zeit zu beseitigen.
Herzlichen Dank allen, die sich dafür eingesetzt haben. Damit ist nun auch die Frage der Zufahrt eindeutig geklärt. Es gibt m. E. keine andere Möglichkeit der Andienung außer der Zufahrt zur Neuhofer/Langenzeller Straße (K4200). Nur sollte die künftige Planung nach Genehmigung durch das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises unbedingt zuerst die Zufahrtsstraße fertigstellen, bevor überhaupt die erste Maschine auf das Baugelände anfährt, damit nicht schwere Baufahrzeuge dann doch noch den Alten Hofweg soweit beschädigen, dass er dann zum Schluss doch wieder kostspielig repariert werden muss. Diese Zufahrt sollte man schon während der Bauzeit dafür nicht zur Verfügung stellen. Der Alte Hofweg ist dafür einfach nicht vorgesehen und aufgrund seiner Beschaffenheit dafür auch nicht ausgelegt.
Ich hoffe nur, dass die Planer dies berücksichtigen, damit nicht noch mehr Kosten als unbedingt notwendig anfallen.
Nochmals vielen Dank allen, die sich für die Verwirklichung dieses dringendst notwendigen Feuerwehrhauses einsetzen.
Bernhard Hoffmann, Ortsvorsteher i. R.
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