OR Briefkopf
   
Bericht aus dem Ortschaftsrat -
Sitzung 25. November 2019
   

Dilsberger Ortschaftsrat hatte gleich über drei Baugesuche zu entscheiden.
In der Fragestunde wurde von einer Bürgerin ein Dilemma angesprochen: Die Ahndung der Falschparker, die oftmals keine andere Möglichkeit haben, als auch mal kurz entgegen der Fahrtrichtung zu halten. Man vermutete von Seiten der Bürgerin hier doch die leichte Absicht gezielter Aktionen, um die Anwohner zu ärgern, was Ortsvorsteher Streib allerdings vehement dementierte. Wenn keine Kontrollen durchgeführt werden, sei der wilden Parkerei Tür und Tor geöffnet, daher muss überprüft werden. Nur, wenn sich solche Aktionen in der gleichen Straße über einen kurzen Zeitraum immer wieder wiederholen, könnte man doch auf diese Idee mit dem Ärger kommen, meinte die Bürgerin. Ortsvorsteher Streib erklärte dann noch einmal, dass weder das Parken gegen die Fahrtrichtung noch das Parken auf dem Gehweg erlaubt ist.

   
Gleich drei Baugesuche standen auf der Agenda bei der letzten Sitzung des Ortschaftsrates. Vorher waren wie immer die Regularien wie Genehmigung des Protokolls, das übrigens sehr gelobt wurde, weil „nicht einmal ein Komma fehle“ und die Mitteilungen aus dem nichtöffentlichen Teil der letzten Sitzung abzuhandeln. Eine wichtige Nachricht hieraus war, dass die Jugendherberge nun eingeweiht wird und der Ortschaftsrat als Präsent eine vom ehemaligen Ortsvorsteher Bernhard Hoffmann gespendete Aquarell-Collage überreichen wird. Offen bleiben muss dagegen die Verwendung des vorhandenen Spendengeldes, das noch aus dem Aufruf zur Rettung des Ofens stammt, weil der Vorschlag des Jugendherbergswerks dafür noch fehlt. Aber verständlicherweise gab es bis zur mit heißer Nadel gestrickten Eröffnung doch Wichtigeres zu tun. Wenn sich der Alltag dort dann demnächst einstellt, wird man sicher einen sinnvollen Verwendungszweck für diese Restspende finden.
  
Auch die Beratung über die Seniorenfeier des Ortschaftsrates am 26. Januar 2020 in der Graf von Lauffen-Halle war Thema im nichtöffentlichen Teil der letzten Sitzung. Dann wurde noch über zwei Informationen aus dem Ortschaftsrat berichtet. Es tauchte die Frage auf, wie ist der Stand des Bauvorhabens in der ehemaligen Apotheke und dass in der Oberen Straße ein neues Gewerbe eröffnet wurde; welches, blieb für die Zuhörer leider offen.
  
Beim dritten Tagesordnungspunkt ging es um den Bauantrag zum Abbruch eines Schuppens und Neubau eines Wohnhauses in der Neuhofer Str. 50. Dieser Antrag hat den Rat bereits schon mehrfach beschäftigt. Nachdem die  Bauvoranfrage nach § 34 BauGB im Dezember letzten Jahres mit einem Satteldach die Zustimmung des Rates und auch der Ausschussmitglieder in Neckargemünd fand, waren die Pläne beim Bauantrag im Sommer dieses Jahres plötzlich mit einem Flachdach gezeichnet, was sowohl vom Ortschaftsrat als auch vom Ausschuss abgelehnt wurde. Die Zeichnungen nach den Umplanungen zeigen jetzt eine neue Variante, nämlich Pultdächer mit einer ca. 15° Dachneigung. Dies wurde von den Ortschaftsräten nicht als sonderlich großer Unterschied zum Flachdach gesehen. Auch das Argument, der neue Trend in der Architektur zeige deutliche zum Flachdach hin, führte allerdings zu einer kontroversen Diskussion und warf die Frage auf, „Kontrast zu den umstehenden Gebäuden, wollen wir das?“ „Der §34 läßt ohne weiteres Spielraum zu“ …und man solle dem etwas anderen Baustil doch eine Chance geben und den Kontrast zulassen. Auch die abschließende Abstimmung spiegelte die unterschiedlichen Meinungen wider, so dass der Rat mit 6 Ja-Stimmen, 3, Nein-Stimmen bei einer Enthaltung dem Baugesuch letztendlich seine Zustimmung erteilt hat. Bleibt abzuwarten, wie der Ausschuss in Neckargemünd und vor allem das Baurechtsamt des Rhein-Neckar-Kreises dies beurteilt.
  
Weit weniger Diskussionsbedarf gab es beim zweiten Bauantrag zur Errichtung der Überdachung einer Terrasse bei einem Anwesen in der Rainbach. Auch hier war der § 34 der Beurteilungsgrund, der hier allerdings keine Probleme bereitet, so dass dem Antrag einstimmig zugestimmt wurde.
 
Der dritte Bauantrag zum Neuaufbau des Dachstuhls mit Gauben in der Oberen Straße hingegen gab wieder Anlass zu längerer Diskussion. Schon der erste Antrag der Bauherrin im Frühjahr 2019 über den Dachaufbau wurde kontrovers diskutiert, da hier neben einer Gaube ursprünglich auch zwei Dachflächenfenster vorgesehen waren, die im Ortschaftsrat keine Zustimmung fanden. Damals wurde der Vorschlag gemacht, diese in Gauben umzuplanen, was nun geschehen ist. Obwohl einzelne Bedenken über die Anzahl der Gauben und die Ausgestaltung der zwei zusätzlichen Gauben, die entgegen der Vorschrift im Bebauungsplan kein stehendes Rechteck darstellen, geäußert wurden, stimmte der Ortschaftsrat dann doch dem Antrag einstimmig zu, da der Einbau von Gauben immer noch besser sei, als Dachflächenfenster.
  
Ein weites Feld nahm anschließend der Tagesordnungspunkt „Mitteilungen und Anfragen“ ein, der mit einer erfreulichen Mitteilung begann: Das Tor zum Friedhof im Dilsbergerhof vom Siedlerweg her, wurde erneuert und fand allgemein große Zustimmung und Lob im Rat. Ortsvorsteher Streib wird dieses Lob gerne an die entsprechenden Fachabteilungen bei der Stadt weiterleiten.
  
Anträge und Vorschläge, die aus dem Bericht des Arbeitskreises „Wege/Schulwege“ resultierten, wurden noch vom alten Ortschaftsrat beschlossen und an die zuständige Stelle im Rhein-Neckar-Kreis weitergeleitet. In der jüngst stattgefundenen „Verkehrstagfahrt“, die in unregelmäßigen Abständen stattfindet, wurden diese Anträge nun vor Ort besprochen. Ortsvorsteher Streib berichtete über die Ergebnisse, die einmal wieder wenig erfreulich ausgefallen sind. Doch man müsse zuerst das Protokoll der Verkehrstagfahrt vom Straßenverkehrsamt des Rhein-Neckar-Kreises abwarten und prüfen, was dort argumentiert ist, bevor weitere Aktionen unternommen werden sollen. Dieses Thema wird den Rat also demnächst weiter beschäftigen und der Berichterstatter wird sich dieses Themas sicher noch einmal annehmen.
 
Der auf städtischem Gelände liegende Parkplatz für Behinderte in der Unteren Straße ist nun weggefallen. Der Ortsvorsteher machte aufgrund von Gesprächen mit Anwohnern nun den Vorschlag, diesen in einen Kurzzeitparkplatz umzuwandeln, um dem Kurzparkverkehr wie z. B. den Sozialdiensten usw. dort eine kleine Chance zu geben. Dies wurde vom Rat allgemein so gesehen und die Zustimmung für den Antrag der Ortsverwaltung an den Rhein-Neckar-Kreis erteilt.
  
Erfreulich war auch die Nachricht, dass im Rahmen der Sanierung am Dach der Jugendherberge jetzt talseits die lang ersehnte Regenrinne angebracht werde. Dieser Wunsch ist schon jahrzehntealt, da festgestellt wurde, dass das stetig abfließende Dachwasser das Gelände oberhalb des Rosenplatzes immer wieder ausgespült hatte und dies nicht gerade zu Stabilität beitrug.
   

Die Anregung eines Ortschaftsrates, den Linienbus nicht im Dilsbergerhof wenden zu lassen, sondern bis Langenzell die Linie weiterzuführen, stieß beim Ortschaftsrat auf große Zustimmung, weil dadurch eine sinnvolle Anbindung an den Busverkehr nach Wiesenbach, Bammental und Gaiberg gegeben sei, was gerade für Schüler und Pendler, die diese Richtung täglich nutzen müssen, sicher sehr willkommen sei. Diese Idee wurde antragsweise der Stadtverwaltung für die nächsten Verhandlungen mit dem Busverkehr Rhein-Neckar mitgeteilt.
 
Die Idee, den Bebauungsplan der Bergfeste für die Nutzung neuer Energien zu modifizieren, wurde vom Ortsvorsteher dem Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr in Neckargemünd vorgetragen. Dieser Antrag soll eingehend durch den Denkmalschutz geprüft werden, da in Zukunft neue Heizsysteme wie z. B. Solarziegel denkbar sind und den Eigentümern eine echte Alternative zu fossilen Brennstoffen bieten könnten.
  
Die Unterschriftenaktion am Blumenstrich, an der Ausfahrt zur Langenzeller Str. einen Verkehrsspiegel anzubringen, war bei der Verkehrstagfahrt nicht unumstritten. Auch hier muss das Protokoll abgewartet werden, bevor eine Aktion gestartet wird.
  
Natürlich hatten nach der Berichterstattung durch den Ortsvorsteher auch die Ortschaftsräte noch Mitteilungen und Anfragen aus ihrem Bereich, die sie dem Rat bekannt gaben.
   
Ortschaftsrat Maurer fragte nach einer Möglichkeit, alte Unterlagen über Sitzungen entsprechend richtig zu entsorgen, was bei der Stadt problemlos möglich sei, teilte OV Streib mit.
 
Ortschaftsrätin Büch dankte im Namen der Nutzer für die Reinigung des Weges vom Blumenstrich zur Neuhofer Str. Hier waren Mitarbeiter des städtischen Bauhofs tätig, obwohl es die Aufgabe der Anwohner wäre.
   
Ortschaftsrätin Nohe-Weinert teilte mit, dass die Straßenbeleuchtung am Parkplatz „Schöne Aussicht“ fast komplett ausgefallen sei, was von der Ortsverwaltung zeitnah weitergegeben wird.
Weiter fragte sie nach dem Stand der Arbeiten an der Betonmauer am Beginn des Bannholzweges. Dort sollte bereits im letzten Jahr ein Graffiti den Verkehrsteilnehmern, vor allem den LKWs, rechtzeitig der Hinweis gegeben werden, dass man nach Mückenloch erst eine Straße später abzweigen kann. Die Ortsverwaltung wird noch einmal bei der Klasse des Gymnasiums nachfragen. Ggf. wird das Projekt dann im nächsten Frühjahr verwirklicht werden können.
  
Über den nichtöffentlichen Teil dieser Sitzung kann dann erst in der nächsten Sitzung berichtet werden.  
   
Bericht: Bernhard Hoffmann
05.12.2019