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Jubilare drückten wie vor 50 Jahren die Kirchenbank
In familiärer Atmosphäre feierten Dilsberg die Jubel-Konfirmation
28. Oktober 2018
     
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Persönlich und heimelig – so beschreibt Pfarrerin Michaela Deichl die Stimmung in der evangelischen Kirchengemeinde Dilsberg. Das war bei der Ehrung der Jubelkonfirmanden deutlich zu spüren.
  
„Ich wurde in dieser Kirche konfirmiert, habe hier geheiratet und meine Kinder getauft“, erzählte stellvertretender Ortsvorsteher Karlheinz Streib, die goldene Ansteckblume an seinem Hemd steht für die 50 Jahre Konfirmation. Fast alle der elf Jubelkonfirmanden sind eng mit dem Dilsberg verbunden.

Ursula Maier, die die Urkunde für die Gnadenkonfirmation, das heißt 70 Jahre, in der Hand hielt, erinnerte sich gut an das damalige Fest. Vier Monate vor der Währungsreform sei das gewesen, erzählte sie. „Damals hatten wir nichts“, doch Stoff für das Kleid und die Strümpfe hätten  Verwandte aus Amerika geschickt. „Sogar Fett war in den Paketen, damit haben wir 20 Kuchen gebacken.“

Auch aus der Ferne zog es die Konfirmanden auf den Dilsberg. Horst Runz zum Beispiel: Er wohnt heute in Luxemburg. Seine Cousine Karin Ullrich-Brox, Vorsitzende des Fördervereins evangelische Kirche, habe ihm Bescheid gesagt und so sei er heute zu seiner eisernen Konfirmation angereist. „Ich besuche immer meine alte Clique wenn ich auf dem Dilsberg bin.“

Einen noch weiteren Weg hat diamantene Konfirmandin Kirsten Austin zurückgelegt, sie wohnt auf der anderen Seite des Ozeans, in Kalifornien. Durch ihren Bruder hat Austin während ihres Heimatbesuchs von der Jubelkonfirmation erfahren. Pfarrerin Michaela Deichl betonte, dass so ein besonderer Gottesdienst eine Gelegenheit sein könne, auf die vergangenen Jahre zurück zu blicken. Darauf, wie und wo Gottes Begleitung erlebt wurde. „Und um nach vorne zu schauen und Gottes Segen mit auf den Weg zu nehmen.“
   
Sie freute sich über die diesjährigen Konfirmanden, die zum ersten Mal ihre selbst gestalteten Kerzen anzündeten. Die Jugendlichen lernten, dass es vor 50 Jahren noch eine richtige Konfirmationsprüfung gab. „Wir mussten das ganze Kirchenjahr mit lateinischen Begriffen auswendig lernen“, wirft Streib ein.

Pfarrerin Deichl überreichte die Urkunden jedem einzelnen und las den Konfirmationsspruch vor. Einige sprachen die Zeilen auswendig mit. Feierlich begleitete der Sängerbund unter der Leitung von Lukas Ruckelshausen den Gottesdienst. Solistin Gabriele Soyka sang von der Empore aus.
 
Nach dem Abendmahl erklang vielstimmig „Möge die Straße uns zusammen führen“ im Kirchenschiff. Anlässlich dieses Tages hatte die Straße viele alte Freunde zusammengeführt und in der evangelischen Kirche Dilsberg versammelt.
 
Text & Bilder: Sarah Rondot
28.10.2018
  
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