Dilsbergwappen115x80 Bericht aus dem Ortschaftsrat

Sitzung 9. Juli 2018
    
Dass der Ortschaftsrat nicht alles einstimmig beschließt oder ablehnt, zeigte sich wieder einmal an den beiden Baugesuchen, über die der Ortschaftsrat als Empfehlung an den Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) des Gemeinderates zu entscheiden hatte:

Ein sehr steil abfallendes Grundstück, das inzwischen vom Bannholzweg bis zum Schafgarten reicht, möchte das beantragende Ehepaar terrassieren, damit es zum einen besser genutzt und zum andern besser gepflegt werden kann. Dazu sollen drei Mauern aus Naturstein errichtet werden. In die oberste, am Haus gelegene Terrasse soll ein kleines Schwimmbad eingebaut werden. Letzteres ist – im Gegensatz zur Terrassierung - genehmigungsfrei. An der Nordseite der oberen Terrasse möchten die Antragsteller noch ein kleines Saunahäuschen errichten, was im vorhandenen Bebauungsplan ausdrücklich nicht vorgesehen ist. Allerdings war in der Sitzung nicht ganz klar, ob dieses Häuschen wegen seiner Größe nicht ganz genehmigungsfrei ist. Deshalb stimmte der Ortschaftsrat auf Antrag eines Mitglieds getrennt ab: Dem Saunahäuschen wurde mit vier Stimmen bei drei Enthaltungen zugestimmt. Die Terrassierung fanden alle sieben anwesenden Ratsmitglieder zustimmungswürdig. (Nachdem geklärt war, dass das Saunahäuschen nur gebaut werden kann, wenn eine Befreiung von den Festlegungen des Bebauungsplanes erteilt wird, hat der o.g. Ausschuss des Gemeinderates ebenfalls beiden Maßnahmen zugestimmt.)
  
Das weitere Baugesuch fand allerdings nicht die Zustimmung des Ortschaftsrates: Ein Bauherr will in seinem Grundstück am Blumenstrich ein Schwimmbad bauen. Nun ist das Errichten von Schwimmbädern grundsätzlich genehmigungsfrei. Aber der Bebauungsplan sieht für den Blumenstrich ausdrücklich vor, dass die Gärten grün erhalten werden müssen. Nun argumentierte ein Ortschaftsrat, der vor Ort auch Kontakt mit dem Bauherrn hatte, man können diesem ein Schwimmbad nicht verweigern, zumal es von außen aufgrund einer großen Kirschlorbeerhecke nicht einsehbar sei. Andere argumentierten, man könne den gartenähnlichen Charakter, den der Bebauungsplan ausdrücklich vorschreibt, nicht einfach durch das Zubetonieren von Flächen beseitigen. Und so kam es bei drei Zustimmungen, drei Ablehnungen und einer Enthaltung zur Ablehnung des Baugesuches. (Der BUV-Ausschuss des Gemeinderates hat inzwischen das Baugesuch mit größerer Mehrheit abgelehnt).
  
Vor diesen diskussionsintensiven Tagesordnungspunkten hatte Ortsvorsteher Hoffmann aus der letzten nichtöffentlichen Sitzung u.a. noch folgendes bekanntgegeben:

  • Die Zukunft des Grillplatzes ist immer noch nicht geklärt. Es wird nach einem Alternativstandort gesucht.
  • Der Film zur 800-Jahr-Feier, der aus finanziellen Gründen und Uneinigkeit über dessen Endfassung bisher nicht fertiggestellt worden ist, soll nun grundsätzlich doch noch fertiggestellt werden, wenn es finanzierbar ist.
  • Für die vorgeschlagene Buswendeschleife in Dilsbergerhof sollen weitere Verhandlungen mit dem derzeitigen Grundstückseigentümer geführt werden.

   
Ein weiterer Tagesordnungspunkt beschäftigte sich mit dem Stefan-Wiltschko-Platz. Nachdem an diesem die letzten Restarbeiten durchgeführt worden sind, soll am 24. August eine offizielle Einweihungsfeier durchgeführt werden. Dazu wird der Postweg für einige Stunden gesperrt. Für die Bewirtung haben sich zwei Vereine zur Verfügung gestellt. Die sog. Lokal-Prominenten sollen ihre Boulespiel-Kompetenzen demonstrieren.
  
Schließlich machte der Ortschaftsrat noch Vorschläge für Maßnahmen zum Freiwilligentag am 15. September.
   
Vom Arbeitskreis Weihnachtsmeile berichtet Ortsvorsteher Hoffmann: Die Beteiligung an den Sitzungen des Arbeitskreises war ebenso dürftig wie die an der Umfrage zur zeitlichen Lage der Meile. Dennoch wurde auf der letzten Besprechung der Zeitpunkt verlegt: Die Dilsberger Weihnachtsmeile soll nun am dritten Adventswochenende stattfinden.
 

Zuletzt wurden in öffentlicher Sitzung noch folgende Themen angesprochen:

  • Wie ein Forscher der Dilsberger Ortsgeschichte herausgefunden hat, sind am Ehrenmal für die Kriegsopfer sechs gefallene Dilsberger Bürger bisher nicht genannt worden. Der Ortschaftsrat beschloss, diese sechs Namen nachträglich einmeißeln zu lassen.
  • Anlässlich der Veröffentlichung des Buches „…soll in Wiesloch verstorben sein“, ist auch eine Informationsveranstaltung in Dilsberg geplant: Hier sollen nach einer grundlegenden Einführung zwei Autoren die Schicksale von drei Dilsberger Bürgern vorstellen, die im Rahmen des NS-Euthanasieprogramms umgebracht worden sind. Die Veranstaltung wird voraussichtlich im Herbst in der Evangelischen Kirche stattfinden.
  • Um das Minispielfeld am Alten Hofweg ist jetzt ein Netz gespannt und der Eingang verschlossen worden. Das Spielfeld ist zukünftig nur den Nutzern zugänglich, die einen Schlüssel besitzen. Das können neben der Schule auch Elterngruppen sein.
  • Am Buswendeplatz sollen zwei E-Mobil-Ladestationen errichtet werden.
  • Das Straßenbauamt des Rhein-Neckar-Kreises hat trotz dreier Anschreiben seit Januar diesen Jahres nicht auf den Antrag der Ortsverwaltung reagiert, das Hinweisschild an der Kreuzung der Neuhofer Straße zu ändern. Immer noch wird auf eine Reitanlage in Dilsbergerhof hingewiesen, nicht aber auf den Friedhof. Sollte diese peinliche Fehlleistung der zuständigen Behörde nicht demnächst beseitigt werden, bleibt der Ortsverwaltung nur noch der offizielle Beschwerdeweg.
  • Über die Eröffnung eines Restaurants in einer Reitanlage des Dilsbergerhofes ist – wie sonst üblich - weder der Orts- noch der Stadtverwaltung informiert worden. Daher konnte auch keine offizielle Reaktion darauf erfolgen.

   
Walter Berroth
15.07.2018