Weihnachten 1945
Kurzgeschichte von Ferdinand Hefemer

Nachdem im Mai 1945 der schreckliche Krieg endlich zu Ende war, versuchten die Bewohner des Dilsbergs wieder einen normalen Alltag zu leben. Zum Glück war der Dilsberg von Bombardierungen verschont geblieben. Auch die kleinen, meist englischen Kampfflugzeuge, die am Ende des Krieges z.T. Jagd auf einzelne Zivilpersonen gemacht hatten, hatten die Feste gemieden. Dennoch war die Stimmung im Dorf gedrückt. In fast jeder Familie war der Verlust eines Mannes zu beklagen, sei es der Ehemann und Vater, der Bruder oder der Sohn. Von denjenigen Männern, die den Krieg überlebt hatten, waren noch einige in Kriegsgefangenschaft unter zum Teil mörderischen Bedingungen. Um deren Überleben musste auch noch gebangt werden. Und dann gab es auch noch vermisste Soldaten, von denen man einfach seit Monaten oder gar einem Jahr nichts mehr gehört hatte. Deren Familien schwebten in einer fürchterlichen Ungewissheit, die besonders bedrückend war. Die Angehörigen schwankten zwischen Bangen und Hoffen, zwischen Resignation und Zuversicht.
 
Portrait Z01aca. 1940 (Bild privat) Als im Dezember 1945 das Weihnachtsfest immer näher kam, war in manchen Familien auf dem Dilsberg schon eine, wenn auch bescheidene Freude aufgekommen: Das erste Weihnachtsfest seit sechs Jahren ohne Krieg, wenn auch bei schlechter Versorgungslage. Aber viele Dilsberger Familien betrieben eine meist kleine Landwirtschaft oder hatten Verwandte mit einer solchen, sodass zumindest die notwendigsten Lebensmittel zur Verfügung standen.
 
Ernestine Maier wohnte in der Unteren Straße. Sie hatte im September erfahren, dass ihr Mann Karl, der zuletzt in Ostpreußen gekämpft hatte, in russischer Kriegsgefangenschaft war. Das machte ihr zwar Angst. Aber im Gegensatz zu den anderen Frauen, deren Männer vermisst waren, wusste sie, dass ihr Karl noch am Leben war. Mit ihrer wirtschaftlichen Situation kam Ernestine klar. Sie hatte glücklicherweise ihren vierzehnjährigen Sohn Leopold und ihren Schwager Franz, der aufgrund eines inzwischen selten auftretenden Anfallsleidens nicht in den Krieg ziehen musste. Dieser half ihr so gut es ging. Dafür kochte sie für ihn und besorgte seine Wäsche. Er lebte im kleinen Altenteil des Hauses und war einer von zwei Bauhelfern des Mauerers Meister.
 
Ganz vorne in der Unteren Straße lebte, wenn er nicht an der Front war, Gregor Gruber ihr erheblich jüngerer Cousin mit seiner Frau Ruth. Deren zwei noch kleinen Kinder, die einjährige Hanna und der dreijährige Fritz kannten ihren Vater nicht bzw. kaum, da dieser zuletzt im Frühjahr 1944 auf Fronturlaub war. Im September 1944 war der letzte Brief von Gregor eingegangen.
 
Dort schrieb er nur kurz, dass es an der rumänischen Front drunter und drüber gegangen sei, er aber hoffte dort wieder wegzukommen. Seitdem hatte Ruth nichts mehr von ihm gehört. Einige wenig einfühlsame Mitbewohner des Dorfes rieten ihr auch ständig, sich keine Hoffnungen mehr zu machen. Und der beinamputierte Rudolf Berger aus Mückenloch, der an der rumänischen Front verwundet worden war, hatte ihr beim letzten Pfarrfest auch geraten, ihren Mann für tot erklären zu lassen. „Aus diesem Hexenkessel kam keiner mehr raus, da die Rumänen vom einen auf den anderen Tag von der deutschen auf die sowjetische Seite geschwenkt haben“, so die verständliche Erklärung Rudolfs. Aber Ruth ließ sich in ihrer Hoffnung nicht beirren und erzählte ihren Kindern fast jeden Tag etwas von ihrem abwesenden Vater, und meist noch so, dass sie etwas zu lachen hatten: Ihr Vater galt in der Dorfgemeinschaft als einer, der immer für einen Spaß oder gar einen kleinen Streich gut war.
 
Nun kam der Heilige Abend näher. Jeder und jede im Dorf hatte andere Sorgen. Aber die Hoffnung auf Rückkehr der Angehörigen und besser Zeiten kehrte doch bei vielen Familien ein. Nicht zuletzt Pfarrer Münster predigte jeden Sonntag von der Hoffnung und empfahl, den christlichen Glauben ernst zu nehmen und nach vorne zu schauen. Aber dennoch war es sowohl Ruth als auch Ernestine bang ums Herz: Es waren die zweiten Weihnachten ohne ihre Männer. Ernestine fragte sich, wie wohl ihr Karl in und Sibirien Weihnachten feiern werde und Ruth hoffte, dass Gregor irgendwo Unterschlupf gefunden hatte und nicht, wie von vielen vorausgesagt, schon längst unter der Erde lag.
 
In den Tagen vor Weihnachten holten sich die Dilsberger ihre Weihnachtsbäume aus dem nahegelegenen Wald. Jetzt war der 24. Dezember und die Christbäume wurden geschmückt. Dieser Brauch wurde auch in den Häusern Gruber und Maier gepflegt. So war dort trotz der fehlenden Väter und Ehemänner etwas vom Weihnachtsfrieden eingekehrt. Aber dieser Frieden war kein dauerhafter.
 
Brieftraeger3 
 
Brief kl
Gegen elf Uhr schritt Briefträger Wetzel durchs Tor. Er hatte nicht so viele Postsendungen dabei wie erwartet. Aber ein Einschreibe-Brief, dessen Kuvert er schon kannte, bedrückte ihn sehr. Er wusste: So sahen die Briefumschläge aus, mit denen Todesnachrichten versandt wurden. Er schaute wieder und wieder auf die Adresse: Frau Ernestine Maier, Untere Straße Dilsberg. Otto Wetzel haderte mit sich: Warum musste er als kleiner Briefträger solche Aufgaben übernehmen. Ein solche Zustellung sollte Menschen übertragen werden, die Verantwortungsträger waren wie z.B. der Pfarrer oder der Bürgermeister. Aber trotz allen Haders musste er zum Haus Maier. Er hatte sich diese Zustellung als letzte aufgehoben.

Dort angekommen, riss er sich zusammen und klingelte. Als Ernestine Maier öffnete versuchte er ganz formal zu sein: „Ich habe hier ein Einschreiben an Sie. Wenn Sie mir den Empfang bitte durch Unterschrift bestätigen möchten“. Ernestine war sehr verwundert. Seit wann war der Otto so förmlich und sprach sie mit „Sie“ an.
 
Blitzartig durchschoss sie der Gedanke, dass dieser Brief etwas Schlimmes beinhalten musste. Sie unterschrieb mit zitternder Hand die Empfangsurkunde und schloss spontan die Haustür. Briefträger Wetzel zögerte noch einen Augenblick und verließ die Feste mit einem seltsam steifen „Amtsschritt“. Als Fitz Haber von der Jugendherberge ihm noch ein „Frohe Weihnacht“ zurief reagierte er nicht. Er wollte in diesem Moment mit niemandem reden.
 
Ernestine Maier drückte den Brief an ihre Brust und stürzte geradezu in das Wohnzimmer, wo sie sich auf einen Stuhl fallen ließ. Sie erstarrte. Sie wollte den Brief nicht öffnen. Schließlich rief sie nach ihrem Sohn Leopold. Der erschrak, als er seine Mutter erstarrt am Tisch sitzen sah, ein ungeöffnetes graues Kuvert in der Hand.  Er setzte sich vorsichtig dicht zu seiner Mutter, ständig den Briefumschlag fixierend.

Ernestine löste die Spannung auf, indem sie Leopold anwies, den Brief zu öffnen. Nach anfänglichem Zögern riss er dann langsam das Kuvert auf und legte das einseitige Schreiben vor seine Mutter. Sie nahm den Briefkopf irgendeines Amtes wahr und begann den ersten Satz zu lesen: „Zu unserem großen Bedauern müssen wir Ihnen leider mitteilen….“. Dann fiel ihr der Brief aus den Händen. Ein tiefes Schluchzen übermannte sie. Leopold nahm den Brief an sich und las mit halblauter Stimme weiter: „dass Ihr Ehemann Karl Maier am 10. November dieses Jahres im Gefangenen-Außenlager Nowosibirks aufgrund einer Infektionskrankheit verstorben ist.“ Weiter kam er nicht. Die Tränen überkamen auch ihn. Und so saßen die beiden wohl längere Zeit ohne zu versuchen, aus diesem Zustand herauszukommen.
 
Inzwischen hatte Fritz Haber geglaubt zu wissen, warum der Briefträger vorhin so seltsam reagiert hatte. Das kam wohl daher, dass der eine schlimme Nachricht hatte zustellen müssen. Diesen Gedanken wollte er nicht für sich alleine behalten. Er ging eiligen Schrittes hinüber in das Gasthaus „Burg“, wo gerade am Vormittag dieses besonderen Tages nicht wenige Männer am Stammtisch versammelt waren. Der als mitteilsam geltende Fritz legte los, noch bevor er Platz genommen hatte: „Der Wetzel ging gerade ganz seltsam raus aus dem Tor, nachdem er der Ernestine Maier einen Brief übergeben hatte. Da muss irgendwas los sein.“ Nach kurzer Diskussion waren sich die Männer einig, dass es bei dem Brief wohl um Karl Maier ging. Zu Ernestine hinzugehen und zu fragen, ob das so sei, traute sich aber keiner. Stattdessen verließen sie, nachdem sie die Wirtin zum Anschreiben aufgefordert hatten, hastig den Stammtisch um nach Hause zu eilen um ihren Frauen ihre Vermutung mitzuteilen.

Buch0012a Es dauerte nicht lange, da hatte sich eine Gruppe Dilsberger Frauen vor der Kirche versammelt. Sie beratschlagten, wie sie mit der von ihren Männern erhaltenen Information umgehen sollten. Sie beschlossen gemeinsam zum Hause Maier zu gehen. Die Haushälterin des Pfarrers, Elisabeth Schuler, eine Kriegerwitwe, sollte vorausgehen. Vor dem Hause Maier angekommen, klingelte diese dann wie vereinbart. Niemand reagierte. Aber als alle ganz still waren, konnte Elisabeth Schuler ein Schluchzen vernehmen. In diesem Augenblick kam Ernestines Schwager, Franz Maier aus der Scheune und begrüßte die Frauen mit einem „Was ist denn hier los?“ Als er genauer hinschaute nahm er die betroffenen Mienen der Frauen wahr. Da er den Gesichtsausdruck der Frauen nicht spontan einordnen konnte, schloss er rasch mit einem „Ihr bleibt aber mal draußen“ die Haustüre auf und eilte dorthin, wo er Schluchzen vernahm. Als er Ernestine und Leopold zusammengesunken am Tisch sitzen sah, da verstand auch er, was wohl in dem Brief stand, der da auf dem Tisch lag. Er setzte sich zu ihnen an den Tisch, konnte aber trotz heftiger innerer Gegenwehr seine Tränen nicht aufhalten.
So verging eine lange Zeit. Und als die Tränen aufgehört hatten zu fließen, breitete sich eine bleierne Ruhe in dem Raum aus. Niemand wagte die ersten Worte zu sprechen. Sie blieben einfach sitzen und versuchten durch Berührungen sich gegenseitigen Trost zu geben.
 
Die Frauen vor dem Haus diskutierten mittlerweile flüsternd, was denn nun sinnvollerweise für die drei im Trauerhaus getan werden könnte. Schließlich beendete Elisabeth Schuler die Versammlung mit den Worten: „Ich gehe jetzt zurück ins Pfarrhaus und bitte Pfarrer Münster, sich um die drei zu kümmern. Er ist zwar mitten in der Vorbereitung für die Heilig-Abend-Messe, aber der Zuspruch von Trost für die drei ist jetzt wichtiger“. So gingen alle auseinander. Keine konnte sich vorstellen, wie unter diesen Umständen heute Abend die Messe zum Gedenken an die Geburt Jesu gefeiert werden sollte.

Buch082a Pfarrer Münster ließ sich nicht lange von seiner Haushälterin bitten, spontan andere Prioritäten zu setzen. Er packte sein Andachtsbuch und eilte in die Untere Straße, um den drei Trauernden Trost zuzusprechen.

Als um sechs Uhr die Glocke zur Messe rief, strömte Groß und Klein in die Kirche. In den Gesichtern stand aber nicht Weihnachts-Freude, sondern Trauer. Man bangte der Situation entgegen, heute Abend den Maiers zu begegnen. Die drei Trauernden saßen tatsächlich in der ersten Bank. Pfarrer Münster hatte sie überredet, trotz ihrer Trauer zur Heiligabend-Messe zu kommen.
 
Als die Glocken verstummt waren, der Pfarrer mit seinen Ministranten eingezogen und die Verehrung des Altars abgeschlossen war, begrüßte er die Gemeinde: „Heute ist ein Freudentag, weil wir der Geburt unseres Herrn Jesus gedenken.
Für einige unter uns ist es aber ein besonderer Trauertag, weil sie heute vom Tod ihres Mannes, Bruders und Vaters erfahren haben, auf dessen Rückkehr aus der Gefangenschaft sie schon lange gehofft hatten. Lasst die drei aber eingebunden sein in unsere Gemeinschaft und sie spüren, dass - auch wenn sie es im Moment nicht verstehen können - die Freude der Geburt Jesu auch zu ihnen kommt und dass sie sich der Geborgenheit unserer Dorfgemeinschaft sicher sein können.“  Dann nahm die Messe ihren weiteren Gang. Pfarrer Münster versuchte mit seiner Predigt die Freude und die Hoffnung in den Mittelpunkt zu stellen. Aber trotz der zu verkündenden Botschaft lag eine Beklemmung über allem und allen.
 
Als Pfarrer Münster das Brot brach und zur Kommunion aufrief knallte die Kirchentüre plötzlich auf. Alles drehte sich nach hinten. Zwei zerlumpte Gestalten traten herein. Sie schleppten sich mühsam in den Kirchenraum. Auf einmal ging ein Schrei durch die Kirche. Irgendjemand hatte laut „der Gregor“ gerufen. Tatsächlich war es Gregor Gruber der hier angekommen war. Seine Frau Ruth stürzte aus der Kirchenbank, rannte auf ihn zu und umarmte ihn. Der zweite Mann, den niemand kannte, stand etwas unbeholfen daneben, bis Elisabeth Schuler auf ihn zuging und ihn einfach in den Arm nahm. Die beiden kleinen Gruberskinder fingen an zu weinen. Sie wussten nicht wie ihnen geschah und hatten Angst vor dem fremden, zerlumpten Mann, der sie plötzlich umarmte.
 
Nachdem die Aufregung sich etwas gelegt hatte, lud Pfarrer Münster erneut zur Kommunion ein mit den Worten: „Und lasst unsere verlorengeglaubten Brüder als erstes vortreten. Niemand hat den Leib Christi heute nötiger als unsere Heimkehrer. Kommt her ihr, die ihr uns einen besonderen Freudentag geschenkt habt.“ Und die beiden Männer nahmen mit größter Ehrfurcht und Dankbarkeit die Hostie entgegen.

 
Nach dieser turbulenten Messe gingen alle nach Hause, um ihr in diesem Jahr eher bescheidenes Heilig-Abend-Essen einzunehmen. Ruth war bei aller Freude besorgt, ob sie für Gregor und seinen Kameraden genug zu essen hatte. Als sie und die Kinder mit Gregor und seinem Kameraden Florian Grünling schließlich am geschmückten Tisch im Wohnzimmer saßen, da strömten Ruth nur so die Tränen aus den Augen. Sie konnte es immer noch nicht fassen, dass ihr Karl lebend und scheinbar unverletzt neben ihr saß. Nur die Kinder kauerten scheu in ihrer Ecke und trauten den beiden fremden Gestalten immer noch nicht. Selbst der dreijährige Fritz konnte noch immer nicht glauben, dass der eine sein Vater sein soll.
 
Buch154b Und wie sie längere Zeit so schweigend, lachend aber auch weinend zusammengesessen hatten, da klingelte es an der Haustüre. Leopold Maier stand in der Tür und hatte mehrere Schüsseln in einem Korb: „Meine Mutter schickt mich her. Von uns kann keiner heute einen Bissen essen. Aber ihr könnt doch den von Mutter zubereiteten Rosenkohl, die Kartoffeln und den kleinen  Braten jetzt gebrauchen.“ Gregor stand auf und nahm Leopold, seinen Patensohn in den Arm, drückte ihn und als sie sich wieder in die Augen schauten sagte er langsam aber überdeutlich, denn er hatte inzwischen vom Tod Karls erfahren: „Ich werde Dir ein guter Ersatzvater sein. Du kannst dich immer auf mich verlassen!“

In aller Trauer, die noch ihn ihm steckte, freute sich Leopold über die Zusicherung seines Patenonkels, mit dem er sich bisher immer gut verstanden hatte. Da er wusste, was ihn zu Hause erwartete, nahm er nicht den direkten Weg, sondern ging bis zur Tuchbleiche und zurück durch die Obere Straße, um sich dann in seiner kleinen Kammer zu verkriechen.

Im Haus Gruber wuschen sich zunächst die beiden Männer. Auch der eigentlich kräftiger gebaute Florian passte in eine Hose und eine Jacke von Gregor. Beide waren ja durch die Monate der Flucht stark abgemagert. Sie freuten sich über das köstlich riechende Mahl und genossen es Bissen für Bissen. 
 
Als sie alle die köstlichen Speisen Ernestines aufgegessen hatten, wollte Ruth von Florian wissen, warum er nicht nach Heidelberg weitergezogen sei, wo er doch mit seiner Familie wohnte. Der erklärte, dass er nur mit letzter Kraft noch den Dilsberg erreicht habe und seine Frau mit ihrem fünfzehnjährigen Sohn bereits vor Kriegsende zu ihren Eltern nach St. Martin in der Pfalz gezogen sei, um erwarteten Bombenangriffen zu entfliehen.


Mittlerweile saßen Hanna und Fritz fast schon vertraut auf den Schößen der beiden Männer und strahlten diese an. Wenn auch selbst Fritz kaum etwas verstand, was die Männer erzählten, so war das Gefühl der Geborgenheit im Schoße von Männern für sie doch etwas Besonderes.
 

Buch154c Und obwohl sie eigentlich hundemüde waren, erzählten Gregor und Florian noch ihre gemeinsame Geschichte von der Flucht, die sie von Rumänien bis hierher gebracht hat, mit z.T. mehrmonatigen Aufenthalten auf Bauernhöfen in Ungarn und der Slowakei.

Schließlich fielen fast alle vor Müdigkeit von den Stühlen, außer Ruth. Die war immer noch vollkommen aufgewühlt von den Ereignissen. Aber als sie schließlich zu Bett gingen bestätigten sie sich gegenseitig „Das ist wohl die schönste heilige Nacht unseres Lebens“.

Aber nicht nur im Hause Gruber war auch noch um Mitternacht noch Licht zu sehen. Der ganze Dilsberg schien ob dieser besonderen Nacht nur schwer Ruhe zu finden.
 
 
 
Nachtrag
Der Kontakt zwischen Gregor Gruber und Florian Grünling riss nicht ab, vielmehr taten sich beide zusammen: Gregor baute mit Florian dessen ursprünglich große Zimmerei in Heidelberg wieder auf. Leopold Maier stellten sie als Lehrling an. Dieser übernahm etwas mehr als ein Jahrzehnt später sogar den Betrieb, da Florians einziger Sohn beim Volkssturmeinsatz in den letzten Kriegstagen umgekommen war.

Ernestine Maier hat ein paar Jahre nach Kriegsende einen der zugezogenen, verwitweten Vertriebenen geheiratet, der ihren Kindern ein liebevoller Stiefvater wurde. Dessen ältere Kinder Wendelin und Cäcilie wurden zu den beschützenden großen Geschwistern für Hanna und Fritz.
 

Ferdinand Hefemer
21.12.2016
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Geschichte ist frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.
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