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Pflasterrenovierung in der Bergfeste
erfordert Handarbeit

Abschnittsweise Beseitigung von Spurrillen
und verwitterten Steinen

12. April 2016

 
Für Touristen ist die Bergfeste Dilsberg ein idyllischer Ausflugsort, der mit seinem historischen Charakter und dem Kopfsteinpflaster an vergangene Zeiten erinnert. Für Bewohner ist der ausgefahrene Straßenbelag eher ein Graus und zerbrochene Steine mutieren zu Stolperfallen, sozusagen ein gefährliches Pflaster. Für eine grundlegende Erneuerung fehlt das notwendige Geld, um dennoch Abhilfe zu schaffen, findet zurzeit eine größere Renovierungs-maßnahme statt.
 
Ursprünglich war im Haushalt 2007 bereits der Antrag für eine umfassende Pflastererneuerung berücksichtigt. Da die Arbeiten jedoch nicht rechtzeitig zum großen Jubiläum „800 Jahre Burg Dilsberg“ fertig geworden wären, wurde die Maßnahme verschoben. Wie Ortsvorsteher Bernhard Hoffmann mitteilt, wurde danach vom Ortschaftsrat jährlich ein neuer Antrag gestellt und ebenso regelmäßig aufgrund fehlender finanzieller Mittel abgelehnt. Zwischenzeitlich wird die Gesamtmaßnahme mit Kosten in Höhe von 800.000,- bis 900.000,- € veranschlagt und aufgrund der finanziellen Situation der Stadt Neckargemünd in absehbarer Zeit nicht realisierbar. Aus diesem Grund finden seit geraumer Zeit punktuelle Renovierungsarbeiten durch die Firma Bambach aus Wiesloch statt, um abgesenkte Stellen zu beheben, verwitterte Steine zu ersetzen oder lose zu befestigen und Einläufe so zu gestalten, dass das Wasser wieder ablaufen kann.  
 
Im Abschnitt hinter dem historischem Torturm bis zur Einmündung Burghofweg werden nun alle Steine, die noch überwiegend aus dem Mittelalter stammen, neu gesetzt und zerbrochene ausgewechselt. Hier ist Handarbeit gefragt, denn jeder Stein muss individuell in der Höhe angepasst werden. Durch schwere Fahrzeuge senkte sich auf dem sandigen Untergrund die Fahrspur und in der Mitte bildete sich eine bergförmige Anhebung, die jetzt abgetragen und geebnet wird. In vergangenen Zeiten wurden Fugen teilweise mit Beton verfüllt, jedoch mit negativen Auswirkungen, da sie beim Auffrieren weitere Unebenheiten bilden. Eigentlich müsste der komplette Untergrund aus Sand erneuert und wie heute üblich durch scharfkantigen Splitt ersetzt werden, der nach dem Verdichten fest wird und dennoch wasserdurchlässig bleibt. Betonsteine wären zwar besser begehbar, würden jedoch das Ortsbild verschandeln. Optisch passen einfach die Originalsteine und verleihen der Bergfeste ihren Charme. Die ausführende Firma hat sich im Laufe der Jahre auf die Dilsberger Pflasterung im Originalzustand spezialisiert.
  
Wie Ortsvorsteher Hoffmann mitteilte ist in diesem Jahr eine weitere Maßnahme im und vor dem Torturm  geplant. Auch hier ist das Pfaster ausgespült und dadurch extrem uneben, was für größere Fahrzeuge eine riskante Durchfahrt durch den engen Torbogen bedeutet. Zudem wird der Ortschaftsrat weiterhin den Antrag zur Vollsanierung stellen, die auch die Erneuerung sämtlicher Versorgungsleitungen umfasst, auch wenn er wenig Aussicht auf Erfolg haben dürfte. Durch die Teilrenovierung lasse sich zwar keine grundsätzliche jedoch nützliche Verbesserung der Pflasterung erreichen, ließ der Ortsvorsteher wissen. „Da muss halt immer was geschehen! Wir geben keine Ruhe!“
 
Allerdings dürfte auch nach der Renovierung ein Spaziergang über das Kopfsteinpflaster mit „High Heels“ ein herausfordernder Balanceakt bleiben.

 
Text: boe
Bilder: bz
© www.dilsberg.de   12.04.2016
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Kommentare  

# pflasterrenovierungtoni müller 2016-04-13 10:03
die Renovierung von Hand ist bestimmt eine Knochenarbeit.Um den Reiz und Flair der Feste zu erhalten aber unumgänglich.Wer mit "High Heels" durch die Feste wandelt ist selbst schuld.Man muss auf dem Berg nicht den selben Mist machen wie in Neckargemünd.(Pflaster in der Hauptstraße.)
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