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Kellerbrand erforderte Großeinsatz an der „Schönen Aussicht“
Jahreshauptübung der Feuerwehr überzeugte mit realistischem Szenario
9. April 2016
 
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Das ehemalige Gasthaus „Zur schönen Aussicht“, das direkt neben dem historischen Torbogen liegt, dem Eingang zur Dilsberger Bergfeste, ist zurzeit aufgrund von Bauarbeiten eingerüstet. Am Samstagnachmittag bemerkte ein Spaziergänger aufsteigenden Rauch aus dem Kellergeschoss. Umgehend setze er über die 112 einen Notruf ab und informierte die Leitstelle in Ladenburg, ob sich Personen im Haus befinden war zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.
 
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Kurze Zeit später verkündete das näher kommende Martinshorn, das Eintreffen der Dilsberger Abteilungswehr die sich vor Ort ein Bild verschaffte und sofort Verstärkung anforderte.
 
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Viele Schaulustige verfolgten das Szenario und das war in diesem Fall durchaus gewünscht, denn es handelte sich um die jährliche Hauptübung der Gesamtwehr Neckargemünd, die sie mit Unterstützung des DRK Neckargemünd/Wiesenbach durchführte.
 
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„Schauen Sie uns über die Schulter.“, begrüßte Jürgen Seufert die Zuschauer insbesondere Kreisbrandmeister Peter Michels, Heidelbergs Stadtbrandmeister Uwe Bender, Gesamtkommandant Frank Merkel sowie zahlreiche Stadt- und Ortschaftsräte und informierte sie über den Ablauf.
 
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Was war passiert? Durch einen Kellerbrand war das Gebäude beim Eintreffen der Wehr bereits stark verraucht. Der Gruppenführer sah ein Kind am Fenster sowie ein verletzt auf dem Dachgerüst liegenden Arbeiter, ein weiterer wurde vermisst. Die Dilsberger Abteilung übernahm die Sicherung und Erstversorgung der verletzten Person auf dem Gerüst. Zur Brandbekämpfung drang ein Angriffstrupp über den Haupteingang in den Keller vor. Ein Trupp übernahm die Personensuche, ein weiterer die Wasserversorgung vom Hydrant in der Feste.
   
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Die Abteilungswehr Mückenloch übernahm primär die Wasserversorgung über die Zisterne an der Tuchbleiche und stellte Atemschutzträger als Sicherungstrupp.
 
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Der eingetroffene ELW aus der Kernstadt koordinierte zusammen mit dem Einsatzleiter von Dilsberg den weiteren Einsatz. Inzwischen war klar, der Brand geht vom Heizungskeller aus und der Wassertrupp hatte vom geretteten Kind erfahren, dass sich insgesamt 5 Kinder zum Versteck spielen ins Gebäude geschlichen hatten.
 
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Das verwinkelte Gebäude und der Rauch forderten die Atemschutzgeräteträger bei der Suche. Der Einsatz mit dem ca. 13 Kilogramm schweren Gerät ist kräftezehrend, deshalb werden sie akribisch vom Truppenführer überwacht, bei dem sie sich alle 10 Minuten über Funk melden müssen. Tun sie das nicht ist Gefahr in Verzug und der Sicherungstrupp sucht nach ihnen.
 
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Die Neckargemünder Wehr versuchte unterdessen die große Drehleiter zu positionieren. Bei den vorhandenen Geländeverhältnissen, bergig und schräg, war Fingerspitzengefühl gefragt. Der Rettungskorb wurde mit Gestell für die Krankentrage versehen und mit der Leiter ausgefahren.
 
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Ein weiterer Trupp übernahm die zusätzliche Wasserversorgung vom Abzweig Mückenloch bis zur Zisterne, über eine lange Wegstrecke. Die Kameraden aus Waldhilsbach wurden zur Brandbekämpfung und Menschenrettung mit eingesetzt.
 
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Am Buswendeplatz baute das DRK seine Verletztensammelstelle auf, wo gefundene Personen vom Notarzt untersucht wurden, der je nach Schweregrad der Verletzung entscheidet, wer als erstes in die Klinik transportiert wird.
 
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Die Rettung des verletzten Arbeiterin auf dem Gerüst war durch die engen und wackeligen Verhältnisse eine Herausforderung. Noch auf dem Gerüst erfolgte die Erstversorgung des Verletzten, ...
 
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... bevor er mittels Schleifkorbtrage vorsichtig auf die gegenüberliegende Seite zur Drehleiter transportierte, auf dem Gestell fixierte und ab ging es nach unten.
 
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Täuschend echt waren die Verletzten geschminkt und sie spielten ihre Rolle sehr realistisch.
 
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Unterdessen war der Hochdrucklüfter in Betrieb und blies den Rauch aus dem Gebäude. Im Ernstfall erleichtert das den Angrifftrupps das Absuchen von Räumen, auch mit Wärmebildkameras, nach Personen und Brandherden. Was man nicht sehen konnte war der Einsatz eines weiteren Trupps, der den Keller über den Eingang auf der Rückseite des Gebäudes betrat und Gefahrengut entfernte.
 
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Zur anschließenden Manöverkritik trafen sich alle Beteiligten in der Tuchbleichenhalle.
 
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Bürgermeister Horst Althoff sprach die beengten und schwierigen Verhältnisse durch die enge Bebauung an. „Es war von der Logistik interessant zu sehen, wie Fahrzeuge und Drehleiter positioniert und die Technik genutzt werden. Die Abteilungswehr ist gut aufeinander eingespielt und hat ihr hohes Niveau gehalten.“ Dass die Jugend gut vertreten war freute ihn besonders. Er dankte allen Beteiligten für die professionelle Zusammenarbeit.
 
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Der Dilsberger Kommandant Harald Theocharidis dankte den Kameraden für ihren Einsatz: „Das zeigt der Bevölkerung, dass wir da sind!“ Ein herzliches Dankeschön galt der Familie Witt, die ihr Gebäude für die Übung zur Verfügung stellte. Gesamtkommandant Frank Merkel lobte den guten Ablauf und die gute Planung der Übung durch Jochen Schmidt und Erik Jakob. „Die Einsatzstelle zu koordinieren war ein wichtiges Thema, ebenso wie die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst.“
 
Text: boe
Bilder: bz
© www.dilsberg.de   09.04.2016
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