Unterhaltsame Lesung der Stipendiaten
Ingrid Annel aus Erfurt und Stefan Petermann aus Weimar aus dem Kommandantenhaus
im Rathaus Dilsberg
 
 24. November 2015
 
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Immer wieder beherbergt die Kreiskulturstiftung des Rhein-Neckar-Kreises im Dilsberger Kommandantenhaus Stipendiaten, die einige Monate in der Dilsberger Bergfeste Zeit und Muße finden, die sie benötigen, um ohne die Belastung des Alltags ganz gezielt ihrer Arbeit nachgehen zu können. In diesem Herbst fanden zwei Literaten hier die Möglichkeit, Ruhe zum Schreiben zu finden. Die örtliche Presse berichtete bereits am 18. Oktober 2015 darüber. Ingrid Annel aus Erfurt und Stefan Petermann aus Weimar stellten sich vor einiger Zeit als „Nachbarn“ bei Ortsvorsteher Hoffmann im Rathaus in Dilsberg vor. Während des Gesprächs war bald auch die Idee geboren, im Ratssaal des Dilsberger Rathauses eine Lesung durchzuführen, da ihre offizielle Leseveranstaltung der Kreiskulturstiftung in Ladenburg stattfand und man auch den Dilsberger Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit bieten wollte, vor Ort in den Genuss einer Lesung zu kommen.  
 
Für letzten Dienstag wurde dann auch eingeladen und nach und nach füllten sich alle Plätze im Ratssaal in Dilsberg mit erwartungsvollen Zuhörern. Im Wechsel wurden dann auch verschiedene Passagen aus den Werken der Autoren gelesen. Ingrid Annel gab zuerst einen kurzen Überblick über ihre Vita und gab dann zum Beispiel eine Geschichte zum Besten, die sich mit Märchen befasste. Frau Ingrid Annel erzählte, dass fast alle Geschichten, die sie zu Papier bringe, meist als Märchen endeten. So auch das Märchen von Frau Holle und Goldmarie und Pechmarie. Nicht, dass sie dieses gut bekannte Märchen der Gebrüder Grimm umgeschrieben hätte, nein, sie führte es einfach weiter und fragte, was nach der Belohnung durch Frau Holle geworden sei. Während die Goldmarie sich auf ihren Lorbeeren ausruhte und keinem der vielen Heiratsbewerbern endgültig zustimmen konnte, entwickelte sich die Pechmarie zu einem reinen Arbeitstier, bekam aber ihre schwarze Farbe nicht mehr los, was sie auch versuchte. Sie fasste sich ein Herz und ging erneut zu Frau Holle, die sie nach ihrer Krankheitsvertretung dann wieder durch das bekannte Tor schickte, wo es seltsam regnete und die schwarze Farbe ganz einfach wieder abwusch. So endete die Geschichte von Frau Annel.  

Stefan Petermann las aus seinem Buch vom verstorbenen Hager, der sich mit einem kleinen Jungen anfreundete, insgesamt eine etwas skurrile Geschichte, die sehr interessant vorgetragen wurde. Mehr soll hier allerdings nicht verraten werden. Zum Abschluss von mehreren Leseabschnitten der beiden Stipendiaten ging dieser Abend mit Gedichten zu Ende, die Petermann in Dilsberg schrieb, wobei es ihm die hier bekannten Nebel dabei besonders angetan hatten. Die beiden Literaten brechen nun ihre Zelte in Dilsberg bald wieder ab, nicht aber ohne die Versicherung zum Schluss, dass es ihnen in Dilsberg sehr gut gefallen habe und sie hier eine sehr kreative Phase gehabt hätten und ihren Schlussworten war eine gewisse Wehmut zu entnehmen, dass es ihnen nicht leicht fällt, sich vom Dilsberg zu verabschieden.
 
Ortsvorsteher Hoffmann bedankte sich bei den beiden Literaten mit einem „flüssigen Blumenstrauß“ und bot ihnen an, sich noch in das offizielle Dilsberger Gästebuch Dilsberg einzutragen, was natürlich gerne angenommen wurde. Einige Besucher baten dann auch noch die Literaten um einen Eintrag in ihre Bücher. So ging ein überaus unterhaltsamer Abend zu Ende. Sicher nicht der letzte solcher Lesungen im Rathaus in Dilsberg.
 
Text & Bilder: Bernhard Hoffmann, Ortsvorsteher
© www.dilsberg.de 30.11.2015
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