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Gute Pflege reaktiviert den Lebensraum „Streuobstwiese“
1. Landschaftspflegetag unterhalb der Bergfeste Dilsberg
21. November 2015
  
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Der stellvertretende Vorsitzende des Landschaftserhaltungsverbands (LEV) Rhein-Neckar e.V., Martin Schaarschmidt, begrüßte zum 1. Landschaftspflegetag auf dem Dilsberg und stellte Ziel sowie Ablauf der Aktion vor.
  
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Die Organisation erfolgte in Abstimmung mit der Stadt Neckargemünd, Ortsverwaltung Dilsberg, Unteren Naturschutzbehörde sowie den Grundstücks-eigentümern. Eine Naturschutzmaßnahme die zusammen mit der Stadtgärtnerei, dem Obst- und Gartenbauverein (OGV) Dilsberg, der Jägerschaft, den Grundstückseigentümern sowie freiwilligen Helfern aus der Bevölkerung umgesetzt wurde. Der Landschaftserhaltungsverband ist ein Bündnis in dem Kommunen, Landwirte und Naturschützer gleichberechtigt zur Erhaltung, Pflege und Entwicklung von Kulturlandschaften sowie der Durchführung und Förderung von Maßnahmen zum Arten- und Biotopschutz zusammenarbeiten.
  
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Warum ist die Pflege von Streuobstwiesen so wichtig? Mit bis zu 5.000 Tier- und Pflanzenarten zählen sie zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Durch ihren stockwerkartigen Aufbau und extensive Bewirtschaftung bieten sie gefährdeten Arten wie Steinkauz, Haselmaus, Fledermäusen und diversen Schmetterlingsarten ideale Lebensbedingungen. Ohne eine gewisse Mindestpflege überaltern jedoch die Obstbestände, das Grünland verbuscht und wertvoller Lebensraum geht verloren.
  
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Überalterte Streuobstbestände befinden sich auch auf dem Dilsberg, die zum Teil bereits stark verbuscht sind. „Um diese zu reaktivieren benötigen wir die Hilfe von Menschen.“, teilte Schaarschmidt mit und dankte der Stadtgärtnerei, die im Vorfeld bereits die ca. 1,5 Hektar große Fläche unterhalb der Bergfeste ausgedünnt hatte. Ziel sei es die Fläche in einen pflegbaren Zustand zu bekommen, alte Bäume zu reaktivieren und neue zu pflanzen. Wie der OGV-Vorsitzende, Karlheinz Streib, berichtete, sollen neben der bisherigen Ausbildung zum Baum-Fachwirt zukünftig in aufbauenden Lehreinheiten spezielle Streuobstpfleger und Streuobstpädagogen ausgebildet werden, die ab 2017 in unseren Gebieten zum Einsatz kommen.
  
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„Motorisierte“ Helfer durchkämmten die Wiese mit Motorsense, Heckenschere sowie Motorsäge und entfernten stachelige Brombeerranken, ausgewählte Gehölze oder schnitten Obstbäume. Andere trugen das Schnittgut zusammen und zogen es an den Rand der Wiese, wofür im Austausch mit den Jägern geeignete Stellen gesucht worden waren. Die Mitarbeiter des LEV übernahmen nicht nur die Organisation sondern packten auch kräftig mit an, so wie auf dem rechten Bild Katrin Naumann.
   
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Dazu bündelten die Helfer Äste - auf einen großen Ast mit Krone folgten mehrere kleinere - die sie dann gemeinsam über den Hang an die ausgewählten Stellen zogen und auftürmten. Diese natürliche Umgrenzung ist sowohl ein Biotopbereich der mit der Zeit verrottet als auch Schutz für das Wild. Nach ca. drei Stunden war die ehemals zugewachsene Wiesenfläche sichtbar aufgeräumt.
  
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Ein gelungener Auftakt eines auf mehrere Jahre angelegten Projektes zur Reaktivierung brachgefallener Streuobstwiesen am Dilsberg. In einem nächsten Schritt soll auch eine Zusammenarbeit mit der Grundschule angestrebt werden, um den Nachwuchs früh für den Erhalt der Streuobstwiesen zu sensibilisieren.
  
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Ortsvorsteher Bernhard Hoffmann war froh, dass an diesem Morgen das Wetter mitspielte und hatte für die Helfer eine Brotzeit organisiert.
 
Weitere Informationen und Kontakt: Landschaftserhaltungsverband Rhein-Neckar e.V., Muthstr. 4, 74889 Sinsheim
Tel. 07261 9466-5383; E-Mail: Martin.Schaarschmidt-LEV@Rhein-Neckar-Kreis.de
 
Text: boe
Bilder: bz
© www.dilsberg.de   22.011.2015
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